Zum vierten Mal starteten arabische Länder den Versuch einer politischen Vereinigung: Am Freitag letzter Woche unterzeichneten die Präsidenten (von links) Sadat (Ägypten), Ghaddafi (Libyen) und Assad (Syrien) in Damaskus die Gründungsurkunde für die ‚Föderation Arabischer Republiken“ (FAR). Der Sudan wird bald beitreten.

Die Bevölkerung soll am 1. September über Verfassung, Flagge, Hauptstadt und Führung der Union abstimmen. Der Unterzeichnung gingen dreitägige Besprechungen der Staatschefs voiaus.

Die drei Staaten werden ihre diplomatischen Beziehungen, die Vertretungen in den UN und in der Arabischen Liga getrennt beibehalten; ihre Außenpolitik wollen sie gemeinsam führen. Eines ihrer Ziele ist eine gemeinsame Strategie im Nahost-Konflikt. in Syrien und Libyen wird die „Arabische Sozialistische Union“ als Einheitspartei nach ägyptischem Vorbild Fundament der politischen Willensbildung. Die drei Präsidenten erklärten zum Abschluß, mit Israel könne es weder Frieden noch Verhandlungen geben.

Kaum war die Tagung der drei arabischen Staaten beendet, verursachte Israels Verteidigungsminister Dajan Aufsehen mit einer Äußerung über die israelische Politik in den besetzten Gebieten, die sich auf lange Dauer einrichten müsse. Nach ersten Meldungen hatte er eine „Regierung von Dauer“ verlangt.

Ägypten bemühte sich weiterhin um die arabische Einheit im Kampf gegen Israel. Sadat sprach mit König Feisal von Saudi-Arabien über eine Vermittlung zwischen den Palästinensern und König Hussein.