Unsere Juli-Tabelle ausländischer Investment-Fonds ist abgeschlossen worden, bevor der Währungssturm über die internationalen Börsen hinwegbrauste. Sie hat deshalb nur noch „historische“ Bedeutung. Immerhin zeigt sie, wie rasch sich die Verhältnisse weltweit ändern können. Erwiesen sich im Juli die amerikanischen Aktien noch als „Klotz am Bein“, so waren sie Mitte August die „großen Renner“, die bei einigen US-Depots 20 Prozent und mehr Gewinne brachten.

Im Juli schnitten solche Fonds am besten ab, die einen hohen Anteil deutscher und englischer Aktien im Portefeuille hielten. In den ersten August-Wochen sorgten dann die japanischen Aktien für eine kräftige Wertverbesserung. Theoretisch ließ sich im vergangenen Juli für den weltweit investierenden Anleger sehr viel verdienen, aber nur, wenn der Schwerpunkt richtig gesetzt wurde. Das ist kaum einem Fonds gelungen.

Spricht das gegen internationale Fonds? Nach den bisher vorliegenden Erfahrungen nicht. Im Vergleich zu den Fonds, die nach ihren Satzungen gehalten sind, überwiegend in einem bestimmten Land ihr Geld anzulegen, scheint sich folgende Entwicklung abzuzeichnen: Internationale Fonds pflegen zähflüssiger auf Hausse und Baisse zu reagieren. Da sie nicht alles „auf eine Karte“ setzen, bleibt ihnen der zeitweise große Erfolg der Länderfonds versagt, weil es irgendwo in der Welt immer Börsen gibt, die schwach sind oder stagnieren und so am Erfolg der haussierenden Portefeuilleteile zehren.

Auf der anderen Seite verhindert die internationale Streuung, daß eine Baisse an einem Platz ähnlichen Wertschwund bringt, wie ihn die Länderfonds gelegentlich hinzunehmen haben. Über längere Zeiträume hinweg könnten weltweit anlegende Fonds den eigentlichen Länderfonds überlegen sein. Die vorliegenden Daten lassen in dieser Hinsicht jedoch noch keine eindeutige Aussage zu.

Daß bei allen Wertvergleichen die Währungsveränderungen berücksichtigt werden müssen, sei hier noch einmal mit allem Nachdruck erwähnt. Wer vor zehn Jahren Anteile eines Dollarfonds erworben hat, wird zu berücksichtigen haben, daß ihm beim Verkauf seiner Anteile und Tausch des Dollarerlöses in Mark ein Währungsverlust von jetzt ungefähr 20 Prozent entsteht. So viel ist der Dollar gegenüber der Mark wertloser geworden. Fonds, die von vornherein in Mark notieren (wie Neckermann, Patrimonial und Valeurop) haben Wechselkursänderungen und -schwankungen täglich bei der Wertfeststellung zu berücksichtigen, K. W.