„Bibliography of Creative African Writing“, von Janheinz Jahn und Claus Peter Dressler. Im Gegensatz zu englischen und französischen Kennern, die afrikanische Literatur einer „Frankophonie“ oder „Commonwealth Literature“ zuordneten, hat Janheinz Jahn immer die gesamte schwarzafrikanische Literaturszene im Auge gehabt. So überwindet auch seine neue Bibliographie die aus der Kolonialzeit überkommenen Sprachbarrieren und zählt die gesamte von Afrikanern geschriebene Literatur auf, über zweitausend Titel in englischer, französischer, portugiesischer Sprache und in afrikanischen Sprachen (mit Titelübersetzung). Erstmalig wurde alle relevante Sekundärliteratur aufgenommen, handlich aufgegliedert zur schnellen Orientierung. Ein gesondertes Kapitel widmet sich der Négritude. Wertvolle zusätzliche Informationen bietet der Anhang, so eine Liste „Bücher in afrikanischen Sprachen“, die neunundvierzig Sprachen und die Titelnummern der in ihnen erschienenen Bücher aufführt, so die Liste „Bücher nach Ländern geordnet“, die, rein quantitativ gesehen, einen enormen Vorsprung der anglophonen Länder gegenüber den frankophonen ergibt. Eine politisch aufschlußreiche „Liste der Übersetzungen“ weist die Deutschen als die eifrigsten Literaturimporteure aus, während Südafrika nur einen einzigen, zudem nigerianischen Autor ins Afrikaans übersetzt hat, aber keinen einzigen Titel aus den in der Republik beheimateten Bantusprachen. Die Herren der Apartheid interessieren sich nicht für Leben und Denken ihrer schwarzen Landsleute. So ermöglichen die Kompilatoren eine Auswertung unter verschiedensten Gesichtspunkten. Die dreisprachige Ausgabe (englisch, französisch, deutsch) wird Afrika und der übrigen Welt gleichermaßen nützen. (Verlag Kraus-Thomson, Nendeln/Liechtenstein; XL + 446 S., 25,– $) Ulla Schild