Gibt es Parallelen zwischen der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre und der Weltwährungskrise?

Für viele Marxisten ist die gegenwärtige Währungskrise und die Bankrotterklärung der USA im internationalen Zahlungsverkehr eine langersehnte Bestätigung für den Glaubenssatz, daß der „Kapitalismus“ von Krise zu Krise taumelt. Auch im Westen wurden hier und da die Erinnerung an die Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre wach.

Auf den ersten Blick erscheinen derartige Vergleiche absurd. Als vor fast genau 40 Jahren, am 13. Juli 1931, die Krise voll auf Deutschland übergriff, mußten fast alle Banken des Reiches ihre Schalter schließen, lagen, fünf Millionen Arbeitslose auf der Straße. Heute sind in der Bundesrepublik Hunderttausende von Arbeitsplätzen unbesetzt. Auch die Unterbeschäftigung in England und den USA ist nicht mit der verzweifelten Lage in den dreißiger Jahren vergleichbar.

Das Problem der Gegenwart ist nicht mehr die Überproduktionskrise, sondern die pausenlose Überforderung der Wirtschaft:

  • Lohnsteigerungen, die weit über dem

Wachstum der produktiven Leistung liegen;

  • immer höhere Forderungen an den Staat – sei es für Schulen und Straßen oder für Subventionen, Forschung und Verteidigung;
  • ein ständig wachsender Investitionsbedarf der privaten Wirtschaft.