Alle reden von Preiserhöhungen – airtours nicht. Die IT-Flugreisegesellschaft geht nicht in die Höhe, bleibt – jedenfalls mit den Preisen – auf dem Teppich. „Durch Erschließung neuer Märkte und die Ausnutzung aller währungstechnischen Möglichkeiten“ (so Geschäftsführer Ewald Vollrath) kann airtours international für die Wintersaison die Preise im Durchschnitt halten, während man für den nächsten Sommer „angesichts der zu erwartenden Tarifsenkungen im Linienverkehr“ (wieder Vollrath) sogar eher mit Senkungen rechnet.

Die airtours-Leute, die schon bis Mitte August dieses Jahres mit 175 000 Buchungen eine Steigerung von 34,2 Prozent verzeichneten und bis Ende Oktober mit 205 000 Buchungen rechnen, machen große Worte: „Der Urlaub ist tot, es lebe der Airlaub.“ Aber das ist nicht so happig gemeint. Das neue Stichwort ist „Airlaub“, das von einem Brasilianer erfundene, aus „Urlaub“ und „airtours“ zusammengesetzte Wort für airtours’ IT-Programm, für die Itee-Idee. (IT: Inclusive Tours. Man bucht bei einem IT-Veranstalter Linienflug inklusive Unterkunft an beliebigen Orten und kann Termine und Reisedauer selber wählen, IT-Reisen sind in der Regel teurer als Charterflüge, aber billiger als Direkt-Buchungen bei den Fluggesellschaften.)

Auch ohne das neue Wort erfreut sich die IT-Idee jedenfalls zunehmender Beliebtheit. Die IT-Reisenden, „die Leute, die lieber einen Mercedes fahren als einen Volkswagen“ (Vollrath), buchen immer häufiger Zweitreisen (47 Prozent Steigerung). Die Zahl der Drittreisen („Tripl-Brüder“) hat die 5000-Kopf-Marke überschritten. Und: Immer mehr kleinere Einkommensgruppen buchen IT-Reisen, „was aus einer deutlichen Verschiebung der Berufsstruktur der IT-Reisenden zugunsten von Angestellten und Arbeitern hervorgeht“ (so Peter S. Rickmers, airtours-Hauptgeschäftsführer).

Ob das Airlaub-Wort, das die airtours-Leute eintragen und schützen ließen und das bei seiner Vorstellung in Frankfurt eine Fülle von Assoziationen weckte, („Airlauben Sie mal“) nur eine Eintagsfliege ist, bleibt abzuwarten. Neben den so erfolgreichen Zwei-Tags-Flügen, den Wochenendreisen in europäische Großstädte hat airtours die Kapazitäten für sein Winterprogramm um etwa 30 Prozent erhöht. Der Wochenend-„Airlaub auf „Probe“ hat trotz der vergleichsweise hohen Preise seinen siebenmonatigen Test erfolgreich bestanden und wurde jetzt auf die Länder Portugal, Frankreich, Italien und Spanien (Torremolinos Halbpension ab 590 Mark) erweitert.

In dem neuen, 74 Seiten dicken Airlaub-Prospekt werden, erstmals seit vier Jahren wieder Reiseziele in Ägypten angeboten: 15 Tage mit Rundreise Kairo–Luxor–Assuan ab 1702 Mark. Es gibt ein Fly-and-Cruise-Programm mit MS „Caribia“ (Flug nach Teneriffa, Kreuzfahrt auf der Westafrikaroute Dakar, Liberia, Kamerun, Elfenbeinküste – 25 Tage ab 2237 Mark). Die Marokkorundreisen würden unter anderem durch einen Oasentrip mit Landrovern (neun Tage ab 1228 Mark) ergänzt.

Für Skiurlauber stehen jetzt erstmals Jugoslawien mit drei Orten (15 Tage Bled mit Vollpension ab 547 Mark von Frankfurt) und Frankreich mit drei Orten (15 Tage Clusaz mit Übernachtung und Frühstück ab 578 Mark) in Programm. Das Winterprogramm für Österreich wurde erweitert. Schneeflüge nach Oberamnergau (15 Tage Halbpension ab 558 Mark) gibt es auch als „Himmelblaues Wochenend“ mit zwei Übernachtungen ab 340 Mark.

Bei allem Stolz auf das neue Programm wurden für das nächste Jahr schon jetzt weitere Verbesserungen angekündigt. So will man prüfen, ob man für den nächsten Winter den für viele Skiwanderer unangenehmen Vollpensionszwang in den meisten Angeboten auf Halbpension reduzieren kann. Und ob die im neuen Prospekt verheißenen Winterbadefreuden an der Algarve und auf Sardinien wirklich empfehlenswert sind.

W. R.