Das WC, zu deutsch Wasserklosett, scheint Gefahr zu laufen, etwas von seinem Nimbus als westliches Zivilisationssymbol zu verlieren. Wissenschaftler in den USA sind nämlich in zunehmendem Maße besorgt über die negative Rolle dieser Einrichtung als Umweltverschmutzer. Ein Experte bezeichnete die Erfindung des Spülklosetts unlängst sogar als ein „Verbrechen gegen die Menschheit“.

Hauptansatzpunkt der Kritik sind die von Wasserklosetts stammenden Riesenmengen verschmutzten Wassers, die unsere Flüsse, Seen und Ozeane vielfach ungereinigt erreichen. Nach Berechnungen amerikanischer Fachleute hat das Spülklosett schuld daran, daß heute eine Person pro Tag durchschnittlich 370 Liter Wasser verbraucht, während ohne diese Errungenschaft der tägliche Konsum bei nur 37 Litern liegen würde. Das heißt, zur Beseitigung verhältnismäßig kleiner Abfallmengen werden unangemessen große Wassermengen verbraucht und verunreinigt. Trotz des geringen Verschmutzungsgrades – die WC-Abwässer bestehen im allgemeinen zu 99,9 Prozent aus reinem Wasser – müssen viele Millionen investiert werden, um jenen kleinen Bruchteil zu entfernen, der aus reinem Wasser verschmutztes Wasser, macht. Und auch nach erfolgter Reinigung gibt es noch Probleme zu lösen, wie etwa die Rückführung des Faulschlamms in landwirtschaftlich genutzten Boden.

Eine vernünftigere Lösung als der Bau zusätzlicher Kläranlagen wäre nach Ansicht einiger Wissenschaftler die Abschaffung des Spülklosetts und die Rückkehr zum guten alten Plumpsklo. Die Schwierigkeit dabei: Wie sollen in einer Stadt die Abfälle eingesammelt werden?

Auf dem Lande haben amerikanische Gemeindeväter schon einen ersten Versuch unternommen, die Experten Vorschläge in die Tat umzusetzen: Sie verbieten es ihren Bürgern seit einiger Zeit nicht mehr, sich aus Brettern ein „stilles Örtchen“ alten Stils zu zimmern. F. A.