Hamburg

In Afrika sah der Hamburger Kaufmann und CDU-Abgeordnete Hansjoachim Prahl Negerkindern bei einem Geschicklichkeitsspiel zu. Sie hatten sich aus zwei Avocadokernen und einem Bindfaden jenes Spielzeug gebastelt, das – mit Plastikkugeln an Stelle der Avokadokerne – innerhalb weniger Monate seinen lärmenden Siegeszug über die Welt antreten sollte.

Nach Deutschland zurückgekehrt ließ sich Prahl nämlich die Idee der kleinen Neger patentieren und vergab die Fabrikation von „Big-Clicker“. Er schätzt, daß bisher 10 Millionen Exemplare von ihm exportiert worden sind. In der Bundesrepublik verkaufte er eine Million der Klick-Klack-Kügeln..

Die Plastikkugeln sind 40 Gramm schwer, haben einen Durchmesser von vier Zentimetern und kosten mit Bindfaden und Pappunterlage samt Gebrauchsanleitung je nach Laden und Gegend zwischen drei Mark und 1,95 Mark. Lieferpreis: 98 Pfennige. Herstellungskosten: vermutlich kaum einen Groschen. „Mir hat die Sache nur Spaß gemacht“, sagt der Kaufmann Prahl, „ich bin so situiert, daß mir nichts daran liegt, an den Dingern zu verdienen.“

Was für ihn angeblich nur Spaß ist, ist für einige Millionen Leute inzwischen zum Ärgernis geworden. Es klick-klackt durch die Lande. Wer im Spiel mit Big-Clicker geschickt ist, kann akustisch anhaltendes Maschinengewehrfeuer leicht imitieren. Wer ein paar konkurrierende Pralli-Meister unter seinem Fenster hat, ist nicht zu beneiden.

Aber nicht wegen des Lärms prallten Prahls Pralli jetzt in Hamburg auf Widerstand. Verbreitet von der Vereinigung der Städtischen Kinder- und Jugendheime, einer Abteilung der Jugendbehörde, ging eine Schreckensmeldung um. Dei Vereinigung schickte Mitte Juli einen Rundbrief an die Leiter der Kindertagesheime, in dem vor dem Klick-Klack-Spiel gewarnt wurde. Ein Kind, so hieß es darin, sei durch die prallenden Kugeln getötet worden. Bild sorgte für weitere Verbreitung der Nachricht – die nachweislich falsch war. Kein Kind war durch Prallis getötet, keins ernstlich verletzt worden.

Da aber nicht auszuschließen ist, daß Kinder einander mit dem Spielzeug verletzen und außerdem da, wo viele Kinder auf einem Haufen sind, wie auf Schulhöfen, der Pralli-Lärm dem eines Kriegsschauplatzes ähnelt, bat Mitte August die Schulbehörde ihre Schulleiter, das Spiel auf dem Schulgelände zu unterbinden.