Angesichts der gegenwärtig unerwartet günstigen Finanzlage der Rentenversicherung,“ so argumentieren die deutschen Arbeitgeberverbände, brauche der Beitragssatz – auf 18 Prozent ab 1. Januar 1973 – nicht erhöht zu werden. Das bedeute eine Ersparnis von rund drei Milliarden Mark.

Der Arbeitgeber-Wunsch traf auf Kritik der Gewerkschaften. Die Unternehmer hätten bei ihrem „Störfeuer auf das Reformprogramm des Bundesarbeitsministers“ – flexible Altersgrenze, Mindestrente, Erhöhung der Rente auf etwa 75 Prozent des Bruttoeinkommens – falsch kalkuliert, meint die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft, wenn sie glauben, Freunde auf Arbeitnehmerseite zu finden.

Auch die IG Metall gab dem Arbeitsminister Schützenhilfe. Zwar, so Vorstandsmitglied Olaf Radke, sei es „populär“, niedrigere Beiträge zu fordern. Berücksichtige man aber Arendts sozialpolitische Vorstellungen, die finanziert werden müssen, so sei „die Festsetzung des Rentenbeitrages auf 18 Prozent sachlich richtig und sozialpolitisch notwendig“.

bke