Von Pearl Harbor zum Morgenthau-Plan / Von Urte von Kortzfleisch

Die Nachricht vom japanischen Angriff auf Pearl Harbor schlug in Berlin ein wie eine Bombe. Hitler weigerte sich zunächst, sie zu glauben. Kurz vor seinem Tode bezeichnete er den Krieg zwischen Deutschland und den USA als „eine Tragödie, sinnlos und bar jeder grundlegenden Realität“.

Daß dieser Krieg dennoch von Hitler provoziert und verschuldet worden ist, beweist

James V. Compton: „Hitler und die USA. Die Amerikapolitik des Dritten Reiches und die Ursprünge des Zweiten Weltkriegs“; Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg 1968; 288 S., 26,– DM.

Die USA waren Hitler fremd und zuwider; er hätte sie am liebsten aus seinen Überlegungen ganz ausgeklammert. Das amerikanische Gesellschaftssystem mit parlamentarischer Demokratie, Rassenmischung und jüdischem Einfluß bildete geradezu eine Antithese zu seinen Vorstellungen von Volk und Herrschaft. Darüber hinaus war Amerika eine Seemacht, der er als Geopolitiker mißtrauisch und unsicher gegenüberstand.

Hitlers gefühlsmäßige Abneigung wurde durch Vorurteile noch gesteigert. Er hielt die Vereinigten Staaten für ein „innerlich faules Land“, dessen Regierung „die letzten ekelhaften Todeszuckungen eines überlebten, korrupten Systems“ darstellte, kurz vor einem sozialen Zusammenbruch und unfähig, einen Krieg zu führen.

Hitlers Vorurteile