Prozeß wegen Geldentwertung

Das IBF-Institut für Betriebsführung GmbH & Co in Düsseldorf rät die ihm angeschlossenen Betriebe, die Finanzämter aufzufordern, 3,9 Prozent der 1970 erzielten Zinseinnnahmen nicht der Besteuerung zu unterwerfen. Damit soll die Geldentwertung bei der Besteuerung der Einkommen aus Kapitalvermögen berücksichtigt werden. Für einen Betrieb will das Düsseldorfer Institut einen Musterprozeß führen, falls die Finanzämter nicht bereit sind, die Inflationsverluste von der Einkommensteuer zu befreien,

Philips-Aktie bald kaufenswert?

Der Kurs der Philips-Aktie ist an den deutschen Börsen seit Jahresbeginn von 46,75 auf 39,80 DM zurückgefallen. Der Höchstkurs lag 1970 bei 63,60 DM. In dem Kursverfall kommt der erschreckende Ertragsverfall des holländischen Philips-Konzerns zum Ausdruck. Der Bericht über das II. Quartal 1971 übertraf die schlimmsten Erwartungen, Im I. Halbjahr hat sich der Reingewinn um 60 Prozent auf 107 (253) Millionen Gulden verringert. Obwohl nach Ansicht der Konzern-Verwaltung die 10prozentige US-Importsteuer das Vordringen der Japaner auf dem europäischen Markt verstärken wird, sollten der inzwischen eingeleitete Lagerabbau sowie die im Gange befindliche Reduzierung des Personalbestandes um 25 000 bis zum Jahresende in den nächsten Monaten zu einer Ertragswende führen. Bei einem weiteren Kursrückgang der Philips-Aktie – er wird in deutschen Bankkreisen für möglich gehalten – wäre ein Engagement wahrscheinlich erfolgreich.

Abfindung bei Grünzweig & Hartmann?

– In Börsenkreisen sieht man den Dividendenausfall bei Grünzweig & Hartmann unter Abfindungsaspekten. Der französische Großaktionär Saint Gobain, der 61 Prozent des Kapitals von 40 Millionen Mark besitzt, will angeblich den Schachtelaktionär, die Berliner Handelsgesellschaft/Frankfurter Bank, sowie die freien Aktionäre verkaufsbereit machen. Die BHF-Bank soll auch verkaufen wollen, doch zu einem Preis, den die Franzosen nicht akzeptieren. Immerhin ist eine Einigung möglich, weil Saint Gobain das deutsche Unternehmen Grünzweig & Hartmann als Drehscheibe für die deutschen Interessen vorgesehen hat. Unter diesen Umständen hält man in Börsenkreisen einen Anstieg der Aktie von Grünzweig & Hartmann von gegenwärtig 150 DM für möglich.

Schlechte Aussichten für IOS-Aktionäre

Die Kurse für IOS Management sind auf 6,16 und für IOS Holding auf 1,65 Mark gesunken. Eine Aussicht auf Besserung besteht vorerst nicht. Der Konzern steckt noch immer in der von der früheren Leitung herbeigeführten Ertragskrise. Überdies wird die IOS-Gruppe von zahlreichen Prozessen überzogen, deren Ausgang höchst ungewiß ist.