Zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sucht das Verteidigungsministerium derzeit einen neuen Vorsitzenden für den rüstungswirtschaftlichen Arbeitskreis im Verteidigungsministerium. Dem Kreis gehören Spitzenmanager der wichtigsten Rüstungsfirmen an. Bisheriger Vorsitzender war der verstorbene CSU-Bundestagsabgeordnete und Flick-Gesellschafter Wolfgang Pohle. Im Gespräch für die Pohle-Nachfolge sind Karl Heinz Sonne (Klöckner-Humboldt-Deutz), Toni Schmücker (Rheinstahl), Alfred Rennert (Dynamit Nobel) und Helmut Wolf (Krauss-Maffei).

Verteidigungsminister Helmut Schmidt ist nach wie vor auch auf der Suche nach einen neuen Mann für die Spitze des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz. Der bisherige Präsident Günther Rabus war nach kurzer Amtszeit plötzlich verstorben. Das Amt wird derzeit von seinem Stellvertreter, Generalmajor Dietrich Willikens, geleitet. Willikens gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Präsidentenposten. Der Präsidentenstuhl ist an sich einen zivilen Beamten, vorbehalten, doch wird kaum daran gezweifelt, daß Helmut Schmidt diese bürokratische Hürde beseitigen kann.

CDU-Fraktionsvorsitzende Heinrich Windelen an einer schwarzen Liste oppositionsfeindlicher Beamter in den Ministerien werkelt, äußere Schillers Unterabteilungsleiter Klaus Noe: "Die Liste von Windelen kann gar nicht lang genug sein. Das erhöht die Loyalität der Beamten duser Regierung gegenüber."

Die Meldungen über die angebliche Abschußliste von Heinrich Windelen konterte der CDU-Pressedienst Klartext eilig mit einer Gegenmeldung über geplante Ehmke-Säuberungen. Kantlerminister Horst Ehmke habe die Kabinettskollegen mit Nachdruck aufgefordert, CDU/CSU-Mitglieder aus Schlüsselstellungen in den obersten Bundesbehörden zu entfernen. Der Kommentar aus dem Kanzleramt ähnelt den Bemerkungen eines CDU-Sprechers zu den Windelen-Gerüchten: "Quatsch."

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Alfred Dregger, CDU-Newcomer mit stark konservativen Zügen, wird in der CDU nach wie vor als künftiger Schatzmeister und Nachfolger des derzeit noch amtierenden Kurt Schmücker lanciert. Dregger selbst ist an diesen Posten nicht interessiert. Schon vor Monaten hatte er der ZEIT kategorisch erklärt: "Ich möchte das mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Ich will das nicht werden und halte mich dafür auch nicht befähigt."

Als Schatzmeister für die Schmücker-Nachfolge ist auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Goeke Frerichs im Gespräch, stellvertretendes Vorstandsmitglied der pharmazeutischen Großhandlung Andreae-Noris Zahn AG in Frankfurt und engagierter Mittelstandspolitiker. Frerichs übte sich unlängst in der Aktivierung deutsch-sowjetischer Wirtschaftsbeziehungen. Als Vorsitzender der Gesellschafter-Versammlung Schnellfähre Bonn – Bad Godesberg empfahl Frerichs den Kauf von zwei sowjetischen Flugkissenbooten von Typ "Raketa". Die Russen wollen die Schiffe liefern, wenn Frerichs eine entsprechende Kredit-Bürgschaft der Stadt Bonn auftreiben kann.