Wirtschaft

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DIE ZEIT

Absprung

Der Wechsel provoziert geradezu die Suche nach hintergründigen politischen Motiven. Staatssekretär Günter Wetzel, bisher höchster Beamter im Ministerium für Innerdeutsche Beziehungen, tritt die Nachfolge des aus Altersgründen ausscheidenden Staatssekretärs Birckholtz im Verteidigungsministerium an.

Denkpause

Der DDR-Regierung hat es nicht gefallen, daß sie bei den Vier-Mächte-Gesprächen über Berlin fünftes Rad am Wagen sein mußte.

Opfergang zur Krim?

Was wohl mit dem Bundeskanzleramt los ist? Kaum je ist es einer Instanz gelungen, soviel Leute auf einmal – sieben auf einen Streich – zu treffen, zu verletzen, zu ärgern.

Partnerschaft

Es gibt kaum ein Wort in der neueren politischen Nomenklatur, daß so wohlfeil ist wie „Partnerschaft“. Und es gibt auch kaum ein Wort, das so viel Grund zum Mißtrauen gegen diejenigen liefert, die es ständig im Munde führen.

Der gefesselte Riese

General de Gaulle sprach von ihr als "ce machine là" – dieses Ding di –, andere nannten sie die "Schwatzbude", und tatsächlich war sie häufig nur ein Paukboden für Propagandisten, eine Schaubühne für theatralische Auftritte – die Organisation der Vereinten Nationen, die dieser Tage mit ihrer 26.

ZEITSPIEGEL

Was die Welt der Regierung unterstellt, nämlich die Deutschen in der DDR abzuschreiben, hat sie selbst in ihrem Bericht über Brandts Krim-Reise praktiziert: „Seit den Zeiten vor dem Zweiten Weltkrieg hat es das nicht mehr gegeben“, kommentiert sie fast bewundernd ein Photo vom Flugplatz Simferopol, „ein Spitzenmann der Sowjetunion drückt einem deutschen Offizier die Hand.

Die französische Polizei will streiken

Wer keine guten Nerven hat, kann in einer demokratischen Regierung nicht lange Innenminister bleiben. Denn er ist ja unter anderem der „Polizeiminister“; ein Titel, der ihm nicht nur Sympathie einbringt.

Kein Schmuck aus fremden Federn

Als ich neulich zur aktuellen Wirtschaftslage im Bundestag gesprochen hatte“, berichtete Willy-Brandt vor einigen Monaten auf dem Jahresbankett des Vereins der Auslandspresse in Bonn, „wollte einer Ihrer deutschen Kollegen wissen, wer denn wohl die Rede gemacht habe.

Als „Billy the Kid“ nach Attica kam

Es war ein Massaker und nicht weniger. Schlimmer noch: Die einen haben es gewollt, die anderen haben es geschehen lassen. Im Staatsgefängnis von Attica im Staat New York standen nicht einfach die good guys den bad guys gegenüber.

Eine Chronik der Gewalt

In Attica waren von den 2200 Häftlingen, die längere Freiheitsstrafen verbüßen müssen, etwa 75 bis 85 Prozent Schwarze und Puertoricaner (genaue Statistiken gibt es nicht).

Streit um Steuern

In diesen Tagen berät das Bundeskabinett zum zweitenmal über eine große Steuerreform. Der zurückgetretene Finanzminister Alex Möller hatte das geplante Reformwerk ein „Jahrhundertgesetz“ genannt.

Konflikt in Grenzen

Auf den ersten Blick erscheint die Situation höchst widersinnig. In Bremen hat die FDP die Koalition mit den Sozialdemokraten mit allen Zeichen der Entrüstung aufgekündigt und bestreitet jetzt den Wahlkampf mit der Parole "gegen sozialistische Experimente".

Kertzschers Eigentor

Günter Kertzscher, stellvertretender Chefredakteur der Zeitung Neues Deutschland, hat sich über das Wort „innerdeutsch“ erregt.

Kein Kniefall vor Tito

Bei einem seiner Besuche auf der Adriainsel Brioni ärgerte sich Nikita Chruschtschow über die nationalkommunistische Starrköpfigkeit seines Gastgebers Tito.

Die Odyssee des Mark Huessy

Ein amerikanischer Student versuchte sich als Wanderer zwischen beiden Welten und landete in einem Gefängnis der DDR

England wirft Ballast ab

Als die Regierung Heath ihre außenpolitischen Geschäfte aufnahm, war davon die Rede, den Rückzug aus Übersee zu verlangsamen, ja an einigen Punkten die britische Präsenz eher zu verstärken.

Wider die großen Worte

Claus Grossner, der im letzten Jahr für die ZEIT eine große Serie über die deutschen Philosophen der Gegenwart schrieb, veröffentlicht jetzt in einem neuen ZEIT-Buch („Verfall der Philosophie“, Christian Wegner Verlag, 340 S.

Immergrüne Legenden

Der Herbst ist die Zeit der Geister und Gespenster. Und wieder wie 1955, als Adenauer nach Moskau flog, und 1968, als die Russen die Tschechoslowakei besetzten, werden sie wachgerufen: Rapallo und Jalta.

Rathaus in der Plastiktüte

Das Tuchmacherstädtchen Monschau wird eingepackt. Der Verpackungskünstler Christo, der sich bereits vor drei Jahren mit seiner „Riesenwurst“ auf der Kasseler documenta einen Namen machte, will mit 6500 Quadratmetern Polypropylengewebe und wetterfesten Kunststoffseilen das mittelalterliche Eifelstädtchen einpacken.

„Ein Haufen Idioten“

Als im vergangenen Jahr Jungsozialisten gegen den Rheinberger Textilunternehmer Reichel demonstrierten, der sein Waldgrundstück der Öffentlichkeit nicht zugänglich machen wollte, witterte Josef Kun „anarchistisches Gedankengut“ und warf den Demonstranten in einem Leserbrief „Rabaukentum“ vor.

Kampf um die Nordhorn Range

Auf der Bundesstraße 213 zwischen Längen und Nordhorn im Emsland rollt der Autofahrer durch ein Spalier von Totenköpfen. Sie starren blicklos aus großen, gelb-schwarzen Plakaten beiderseits der Fahrbahn und scheinen erhöhte Verkehrsgefahr zu künden.

Streit im Hause Augstein

Im „Spiegel“ gibt es Scherben. Drei Monate lang schwelte der hausinterne Streit zwischen der Bonner Redaktion und dem Hamburger Deutschland-I-Ressort.

Attica: Tod beim Sturm

Der Chef des Strafvollzugswesens im amerikanischen Bundesstaat New York, Oswald, mußte revozieren: Neun Gefängnisbedienstete, die bei der blutigen Niederschlagung der Revolte im Staatsgefängnis von Anita ums Leben kamen, starben durch Kugeln der Befreier und nicht, wie er zuvor behauptet hatte, weil Gefangene den Geiseln die Kehle durchgeschnitten hätten, insgesamt forderte der Sturm auf das Gefängnis 36 Menschenleben; ein Aufsehe- und drei Häftlinge wurden während der Meuterei umgebracht.

Dokumente der ZEIT

„Zwei Jahre lang haben sich alle Anstrengungen der Parteiführung und der untergeordneten Stellen darauf konzentriert, die Ansichten, Resolutionen und Erfolge der Politik zu liquidieren, die 1968 eingeführt wurde.

Volkschina vor den Türen der UN

Zu ihrer 26. Vollversammlung traten am Dienstag die Vereinten Nationen in New York zusammen. Im Mittelpunkt der dreimonatigen Sitzung stehen neben der Aufnahme von Bhutan, Bahrain und Qatar, womit sich die Mitgliederzahl auf 130 erhöht, die Neuwahl des Generalsekretärs und die Zulassung der Volksrepublik China.

Brandt sprach 16 Stunden mit Breschnjew

Die Krimreise von Bundeskanzler Brandt hat der innenpolitischen Auseinandersetzung neuen Zündstoff geliefert. Während die Koalitionsparteien das Treffen mit dem sowjetischen Parteichef Breschnjew begrüßten, kritisierte die Opposition Vorbereitung und Ergebnis.

BRD-DDR: Lenkt die SED ein?

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Bonn und Ostberlin über die gemeinsam erarbeitete deutsche Fassung des Berlin-Abkommens sind noch nicht ausgeräumt.

Paris: Streit mit Polizei

Frankreichs Polizei und ihr Dienstherr, Innenminister Marcellin, stehen noch immer auf Kriegsfuß. Nach der „Kriegserklärung“ einer Polizeigewerkschaft auf einem Kongreß in Evian – unter anderem war von der Besetzung des Finanzministeriums und des Elysée-Palastes die Rede – hatte Marcellin gegen fünf führende Polizeibeamte Disziplinarmaßnahmen verhängt.

Krisen-Herde der Woche

Fünf Tage vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, auf der Kairo Unterstützung für seine Politik zu finden hofft, ereignete sich am Suezkanal ein schwerer Zwischenfall.

Hölderlin von Marx absolviert

Zur Zeit des Ausbruchs der Französischen Revolution studierte Hölderlin zusammen mit Schelling und Hegel im Tübinger Stift. In diesen Jahren kam der Herzog mehrmals zu „Visitationen“.

Warum Hölderlin?

Goethes Herzog, Karl August, hatte ein „Vorurteil“ gegen den „Tasso“ und riet dem Dichter von dem Stück ab..................

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Rock’n’Roll, Blues und Boogie: archaisch, „primitiv“ und richtig „schmutzig“. Kevin Coyne, Chef der Gruppe, geniert sich nicht, Texte zu schreiben wie „My baby’s a bot potato“ und „Squeeze me squeeze nie / If you don’t squeeze me / Please don’t tease me“.

Der Love Song der Love Story

Die "Schicksalsmelodie", wie das der "Love Story" im Film zugefügte Lied auf deutsch genannt wird, ist ein Schlager? Aber sicher doch.

Asoziale von der Stange

Die Abkürzung „BARA“ klingt ein bißchen nach landwirtschaftlicher Produktions- und Absatzgenossenschaft, ist aber die Abkürzung für das Glücksspiel „Bayerisch Ramso“, welches unerlaubterweise hier und da betrieben wird.

ZEITMOSAIK

Die Krankheit unserer heutigen Städte und Siedlungen ist das traurige Resultat unseres Versagens, menschliche Grundbedürfnisse über wirtschaftliche und industrielle Forderungen zu stellen.

Ausländer als Aushilfe

In jedem beliebigen Dreieck“, so belehrt Hans Habereder, 26jähriger Doktorand aus Los Angeles, die fünfundzwanzig Jungen und Mädchen der Klasse 9b im Hamburger Gymnasium Krausestraße, „in jedem Dreieck liegt der größte Winkel der größeren Seite gegenüber.

Kunstkalender

Eine Dokumentation sämtlicher Aktivitäten, die Hajek seit 1963 unter dem Stichwort „Farbwege“ entfaltet hat, Skulpturen, Modelle, Großfotos, dazu multiple Objekte und Graphik.

Ding und Unding

Als Beitrag der bildenden Kunst zu den Berliner Festwochen präsentiert die Nationalgalerie die Ausstellung „Metamorphose des Dinges – Kunst und Antikunst 1910–1970“.

Gabrielle Wohmann

GABRIELE WOHMANN, geboren 1932 in Darmstadt, studierte Literatur, neuere Sprachen und Musikwissenschaft, war kurzfristig als Lehrerin tätig und lebt seit 1957 als freie Schriftstellerin.

Die Kraft des Widerstands

Klagte Jean Paul noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts: „Von nichts wimmelt unsere Zeit so sehr als von Ästhetiken“, so geht heute in der Tat vom „Begriff der philosophischen Ästhetik“, wie Theodor W.

KRITIK IN KÜRZE

„Georges der Dieb“, Roman von Georges Darien. Der Autor Georges Darien ist 1921 als verarmter und vergessener Mann von noch nicht sechzig Jahren gestorben.

Solschenizyns stalinistisches Lager

– in dessen zehn Szenen nicht weniger als 55 redende Figuren auftreten (von der unbestimmten, auf jeden Fall nicht unbeträchtlichen Zahl stummer Rollen ganz zu schweigen) will alles für das Lagerleben Typische und die Struktur der Lagergesellschaft Kennzeichnende vor Augen führen.

Die mutigen Ärzte von Görz

Progressive Psychiater klagen die Öffentlichkeit an, weil sie den psychisch Kranken mit einem Makel behaftet. Daß sie selber als Vertreter einer Institution, die dazu geschaffen wurde, den psychisch Anfälligen zu sequestrieren, Agenten eben dieser Öffentlichkeit sind, sehen sie nicht.

Fernsehen: Eine Nummer zu klein

Das wäre eine lohnende Aufgabe für das Fernsehen: eine Serie von Berufsporträts. Wir erführen mehr übereinander, und diese „Gesellschaft“ würde dem, was das Abstraktum offenbar fordert, ähnlicher, wenn Einsichtsmöglichkeiten von außen Querverbindungen herstellten zwischen den vielen meist total voneinander isolierten Berufsgruppen.

FILMTIPS

Im Fernsehen: „Die Hoffnung“ (Frankreich 1939), von André Malraux (West III am 25. September), kann heute in einzelnen Szenen und Dialogen steif, gestelzt und unecht wirken.

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