Es gibt kaum ein Wort in der neueren politischen Nomenklatur, daß so wohlfeil ist wie "Partnerschaft". Und es gibt auch kaum ein Wort, das so viel Grund zum Mißtrauen gegen diejenigen liefert, die es ständig im Munde führen. Von "Partnerschaft" reden politisierende Theologen gern angesichts des ungeklärten Verhältnisses zwischen Kirche und Staat, wenn es, ihnen in Wahrheit darum geht, Glaubenspostulaten den Rang staatlicher Gesetzesbefehle zu verschaffen – etwa im Ehe- oder Strafrecht. "Partnerschaft" ist das Zauberwort zur Vernebelung der Mitbestimmungsdiskussion und für die Scheinbefriedigung sozialer Konflikte überhaupt.

In diesem Sinne muß wohl auch das Plädoyer des Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Johannes Binkowsky, gegen eine Beschränkung der Verleger auf ihre kaufmännischen Funktionen verstanden werden: "Unser Verhältnis zu den Journalisten ist bis heute getragen von der Überzeugung, daß wir partnerschaftlich einer gemeinsamen Aufgabe verpflichtet sind." Wie schön! Die Frage ist nur, wer wen auf diese Aufgabe verpflichtet.

Solange ganze Kohorten von Journalisten das politisch’ Lied ihres Verlegers täglich und taktgetreu nachsingen, muß wohl für möglich gelten, daß er allein den Taktstock schwingt und daß die Rolle der "Partner" sich aufs Parieren beschränkt. H. Sch.