Superminister Karl Schillers 22.

Konzertierte Aktion verlief ungewöhnlich harmonisch. Das war zum Teil auf den von manchen mit Lob bedachten "klugen Verzicht" Schillers zurückzuführen, die Partner nicht mit Orientierungsdaten zu verärgern. Gewerkschafter Bernhard Tacke, der den DGB Vorsitzenden Heinz Oskar Vetter vertrat, reagierte nur einmal unwirsch, als seine Forderung nacheiner aktiveren Preispolitik des Staates mit lautem Gelächter quittiert wurde. Doch das Selächter hatte nicht Tacke gegolten, sondern einer weniger zur Sache gehörenden Zwischenbemerkung des BDI Präsidenten Fritz Berg.

Als äußerst ungewöhnlich wurde verzechnet, daß sich Schiller gegen Ende der Beratung nicht dem Fernsehen stellte, sondern dem DIHT Präsidenten Otto Wolf von Ameronjen und dem Sparkassenboß Ludwig Poullain das Telefeld Überließ.

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w fr S W ,an ier Kcumcöer Tirep iirneniTHnister: nans Uwfuncn vu >uv v Schülers zweiter Parlamentarischer Staatssekretär, (Sektion Finanzen) Hans Hernisdorf teil. Berg ("endlich, einmal ein Haushalt ), aber auch von Gewerkschaftsseite: "Sehr vernünftig, im Notfäll kann ja mit zehn Milliarden nachgeholfen werden Die Herren dachten dabei an 5 5 Milliarden rückzahlbaren Konjunktunuschlag und 4 5 Milliarden Mark Konjunkturrücklage von Bund und Ländern.

Doch so zufrieden sind nicht alle. Am Münchner Biertisch klagte Franz Josef Strauß anläßlich des Oktoberfestes ("Das Bier ist gut, der Preis wie immer höher, aber das verdanken vir ja alle unserer Regierung") über die schlecke Politik des Wirtschaftsministers. Strauß warnte vor einem Währungskrieg gegen die USA und sonstigen Nachteilen für die deutsche Wirtschaft: "Wer das nicht begreift, sieht nicht die roten Laternen vor dem Puff", unterstrich cer CSU Chef seine Sorgen.

Der von manchem erwartete Schlagabtausch zwischen Innenminister Genscher und dem ÖTVBoß Heinz Klunker blieb bei der Konzertieren Aktion aus — sicher auch deshalb, weil niemand , über Mäßigung bei Löhnen und Gehältern sprach. Bei den Beamten, deren Verbandsvorsxzender Alfred Krause ( nun schon zum drittenmal bei Schiller mitwirkte, verstärkte sich indes , der Eindruck, Karl Schiller strebe bei ihnen fir das nächste Jahr nicht mehr als drei Prozeit lineare Lohnerhöhungen an. Offen gesprochen wurde darüber nicht.