Die innerpolitische Auseinandersetzung um die Ostpolitik und die Krim-Reise von Bundeskanzler Brandt dauert an. Im Bundestag warf die Opposition der Regierung in einer aktuellen Stunde vor, die Gewichte zum Nachteil des Westens verschoben und die Spaltung Deutschlands besiegelt zu haben. Brandt verwahrte sich entschieden gegen diese "verleumderischen Unterstellungen". Wer wie die Opposition die Bemühungenum eine europäische Sicherheitskonferenz kritisiere, falle den Bündnispartnern in den Rücken.

Der französische Staatspräsident Pompidou bekräftigte am gleichen Tage, daß er Brandts Politik unterstütze. Es sei lächerlich, die deutsch-französischen Bemühungen in der Ostpolitik mit einem Wettrennen zu vergleichen. Dennoch ließ Pompidou leise Kritik anklingen: Nach den bestehenden Vereinbarungen hätte Paris etwas mehr Information vor der Krim-Reise erwarten dürfen.