Wir ritten einen anmutigen Fußpfad über Wiesen, gelangten bald nach Sesenheim, ließen unsere Pferde im Wirtshaus und gingen gelassen nach dem Pfarrhofe" – so schreibt Goethe über seine erste Begegnung mit der kleinen elsässischen Gemeinde.

Wir hatten diesen Gang zum Pfarrhaus bereits hinter uns. Nun saßen wir ausgelassen im Gasthof "Zum Ochsen", und der Neue, der junge Wein, kochte bereits in unseren Kehlen.

Für eine Reise ins Elsaß und in die Vogesen ist der Herbst wie geschaffen. Spät im Jahr reifen die Trauben. Die Eigenart der Landschaft und ihrer Kultur kann sich in der größeren Ruhe der Nachsaison am besten entfalten.

Wenn Sie es einrichten können, überqueren Sie den Rhein in der Nähe von Rastatt. Machen Sie einen kurzen Besuch in Sessenheim (so der amtliche Name), wo die Erinnerung an Goethe und Friederike Brion liebevoll bewahrt wird. Kirche und Pfarrei sind zwar erneuert, aber der alte Pfarrstuhl trotzte dem Wandel der Zeiten. Auch das private Goethe-Museum im bereits erwähnten Gasthof "Zum Ochsen" lohnt den kleinen Umweg.

Straßburg bietet sich als nächstes Reiseziel an. Goethe notiert, daß beim ersten Anblick des Münsters "ein ganzer, großer Eindruck" seine Seele füllte.

Die Zeit ist günstig. Fahren Sie, am Flugplatz vorbei, auf der "Route des Vosges" der elsässischen Weinstraße entgegen, die Sie am ehesten in Barr erreichen. Das ist ein idyllis les kleines Nest, in dem die Weinberge kurz vor dem Marktplatz haltmachen. Am ersten Sonntag im Oktober könnten Sie hier am Weinlesefest teilnehmen. Probieren Sie auf jeden Fall einen Tropfen für Kenner, den "Gänsebrünnel".

Die Weine des Elsaß sind des Verkostens wert, In Barr lernen Sie den Gewürztraminer kennen, einen Wein von großer Finesse. Zu den Spitzensorten des Elsaß gehört weiter der Riesling – trocken, fein, mit leichtem Muskatgeschmack. Daneben sind zu nennen: Sylvaner, Pinot blanc (erfrischend und mündig), Pinot gris oder Tokay d’ Alsace (pikant, oft süß).