Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann – Unbedingt:

Johann Sebastian Bach: "Suiten für Violoncello solo"; Pablo Casals; Electrola-Dacapo 1 C 147-00892/4, 30,– DM

Diese Platten kommen im rechten Augenblick. Casals hat mit seinen humanitär engagierten, sehr schlichten Kompositionen und mit seinem vitalen Dirigieren dazu beigetragen, daß man ihn heute gern zu einem zweiten Albert Schweitzer simplifiziert, zum musikalischen Urwalddoktor im Dschungel einer als überzüchtet und umfassend bösartig empfundenen Welt. Die Bach-Aufnahmen aus den dreißiger Jahren nun weisen endlich wieder auf den maßgeblichen Cellisten Casals; er bietet die sechs Suiten so dimensionenreich und zugleich musikalisch plausibel wie keiner seiner jüngeren Kollegen.

Nach Möglichkeit:

Gustav Mahler: "Symphonien Nr. 5 und Nr. 6"; Chicago Symphony Orchestra, Leitung: Georg Solti; Decca SAD 22108/110, 60,– DM

Barbirolli-Jüngern oder Bernstein-Fans mag Soltis Mahler nicht behagen: Er trägt keine Tief sinnsfalte auf der Stirn, und er hat vor dem Mund nicht den Schaum des Exzessiven. Aber im rein Musikalischen zeigt er klarere Züge, als die meisten Mahler-Dirigenten sie entwerfen. Zudem genießt man die herbe Brillanz des Chicagoer Orchesters.

Vielleicht: