Ausländische Studenten dürfen nicht bummeln. Wenn sie zu lange für ihr Studium brauchen, können sie ausgewiesen werden. Mit diesem Beschluß verbannte das Oberverwaltungsgericht Münster einen jordanischen Studenten aus der Bundesrepublik. Der Araber hatte im Jahre 1959 angefangen, in Westdeutschland Medizin zu studieren. Nach 20 Semestern waren ihm anscheinend Zweifel gekommen, ob er für diesen Beruf geeignet sei. Er wollte auf Pharmazie umsatteln, erhielt aber für dieses Studium keine Aufenthaltserlaubnis mehr.

Der Münsteraner Gerichtshof billigte jetzt die Ausweisung des Studenten durch die Ausländerbehörde. Die Begründung des Urteils: Um sobald wie möglich in seiner Heimat als Fachkraft eingesetzt werden zu können, müsse ein Student aus einem Entwicklungsland sein Studium in der Bundesrepublik in "angemessener Frist" abschließen. Es liege also im Interesse einer wirksamen Entwicklungshilfe, wenn ein Studienaufenthalt im Bundesgebiet nur solchen Ausländern ermöglicht werde, die für einen erfolgreichen Abschluß des Studiums garantierten. (Aktenzeichen: IV B 462/70)