Vermittler von Leiharbeitern riskieren nichts. Wenn ihre Arbeitskräfte Pfuscharbeit leisten, muß der Unternehmer dafür geradestehen, der sich die Arbeiter ausgeliehen hat.

Ein Bauunternehmen hatte mehrere Monate lang vier Leiharbeiter beschäftigt, die auf einer Baustelle Stahlfenster montierten. Sie verrichteten ihre Arbeit so unsachgemäß, daß die Baufirma Schadenersatz bezahlen mußte. Der Versuch des Unternehmens, sich beim Verleiher der Arbeiter schadlos zu halten, scheiterte.

Das Bundesarbeitsgericht entschied, der Verleiher brauche nicht zu haften, wenn seine Arbeiter ihre Vertragspflichten nicht ordnungsgemäß erfüllen. Denn die Leiharbeiter seien in den Betrieb des entleihenden Unternehmers eingegliedert und hätten nach dessen Anweisungen zu arbeiten. Der Verleiher könne deshalb nicht mehr auf sie einwirken.

Anders, so meinten die obersten Arbeitsrichter, sei die Rechtslage nur dann, wenn die Verleihfirma von vornherein ungeeignete Arbeiter geschickt habe – was die Baufirma jedoch nicht beweisen konnte. (Aktenzeichen: VI ZR 138/69)