Im Bundeswohnungsbauministerium werden nach der für die Wohnungsbauer günstig ausgegangenen Haushaltsrunde umfangreiche Wohnungsbauprogramme vorbereitet.

Haben Sie bei Ihren Plänen auch die stetigen Baukostensteigerungen berücksichtigt?

Lauritzen: Wir haben das Volumen in diesem Jahr ganz erheblich erweitert und auch die Förderungsbeträge, um dem Rechnung zu tragen. Wir können natürlich nicht jedes Jahr neue Zuschläge erheben, sondern rechnen damit, daß sich das noch etwas im Volumen auswirken, wird.

Sie rechnen mit einem Bedarf von fünf Millionen neuen Wohnungen in den nächsten zehn Jahren. Erwarten Sie dann bereits wieder, wie Sie kürzlich sagten, die Schilder "Wohnung zu vermieten"?

Lauritzen: Wenn wir das zehn Jahre lang durchhalten können, werden wir das erreichen – davon bin ich überzeugt. Ich bin sogar der Meinung: Wenn wir dieses Programm fünf Jahre voll durchlaufen lassen können, wie jetzt konzipiert, wird es schon eine spürbare Entlastung im Wohnungsmarkt bringen. Einfach aus den Zahlen, die dieser Rechnung zugrunde liegen: 300 000 neue Mietparteien pro Jahr ist der Neubedarf, 800 000 ist der Fehlbestand nach der Gebäudezählung 68, und eine Million ist der Mindest-Erneuerungsbedarf auf Grund repräsentativer Erhebungen.

Wenn Sie diesen Stand auf zehn Jahre projizieren, sind 300 000 gleich drei Millionen, dann kommen die eine Million und die 800 000 dazu. Das heißt also: In zehn Jahren müßte es erreichbar sein, selbst wenn man damit rechnet, daß die Ansprüche an Qualität und Ausstattung wachsen werden.

Würden die von Ihnen so ersehnten Schilder dann nicht, hauptsächlich – außer an den zu teuren – an den schlechtesten Wohnungen hängen, beispielsweise an denen des sozialen Wohnungsbaus vom Anfang der fünfziger Jahre?