Man kreuze nie afrikanische mit brasilianischen Bienen. Die Mischung ergibt nämlich gefährlich-bösartige Insekten, wie die Bewohner Brasiliens und anderer südamerikanischer Staaten jetzt feststellen müssen: Die mischblütigen Bienen verdrängen rapide einheimische Zuchtbienen und befriedigen ihre Kampflust unprovoziert an größeren Tieren und Menschen.

Der Stamm der Superbienen begann zu entstehen, als vor etwa fünfzehn Jahren jemand in Brasilien irrtümlicherweise ein Völkchen afrikanischer Bienen losließ. Die aus der Vermischung mit eingesessenen Honigbienen hervorgegangene Rasse breitete sich bald über ganz Brasilien, Teile von Bolivien, Paraguay, Peru und andere Staaten aus und führte nun in den USA zu der Befürchtung, die Biene könnte auch dort einfallen und der auf Bienenbestäubung angewiesenen Landwirtschaft Schaden zufügen. Anders als die normale Zuchtbiene läßt sich das mischrassige Insekt nicht beliebig dort einsetzen, wo es gerade gebraucht wird; gegen einen kontrollierten Einsatz – etwa durch wandernde Imker – spricht freilich auch seine Bösartigkeit. Um gegen eine allfällige Bieneninvasion aus dem Süden gewappnet zu sein, wird ein Team amerikanischer Wissenschaftler demnächst nach Brasilien fliegen und das Killerinsekt an Ort und Stelle studieren.

Die brasilianische Biene besitzt aber nicht nur unangenehme Eigenschaften. Sie ist ungewöhnlich fleißig und sammelt bis zu 80 Prozent mehr Honig ein als ihre freundlicheren, ortsansässigen Verwandten; sie fliegt sogar an kalten Tagen zur Arbeit aus, wenn jede "normale Biene" in ihrem Bau bleibt. Leider bringt diese Arbeitswut dem Menschen keinen Nutzen, da sich die Kampfbienen nicht unter Kontrolle bringen lassen und die Honigproduktion herkömmlicher Bienen bei Auftauchen der Superbienen sofort abfällt. C. D.