• Vietnam

Eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen hat sich das innenpolitische Klima Südvietnams rapide verschlechtert. Seit der Senat in der vergangenen Woche Präsident Thieu vergeblich aufforderte, die Wahl, bei der er einziger Kandidat ist, abzusagen, nimmt die Opposition zu. Ihr schloß sich eine Gruppe früherer Generale an. In vier Städten löste die Polizei gewaltsam Demonstrationen von Schülern, Studenten und Veteranen auf, die sich auch gegen die amerikanische Armee richteten. Für die 213 900 GIs wurde erhöhte Bereitschaft angeordnet.

Die amerikanische Luftwaffe flog am Wochenende auf B fehl Präsident Nixons wieder Angriffe auf Ziele in Nordvietnam und im südlicher. Teil der Pufferzone.

  • Pakistan

Das ungelöste Problem der ostpakistanischen Flüchtlinge dürfte im Mittelpunkt der Gespräche stehen, die die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi seit Montag in Moskau führt. Für Ende August bezifferte Neu-Delhi ihre Zahl auf 8 281 000, die sich in den fünf indischen Grenzprovinzen aufhalten (siehe Karte). Bis Mitte September war die Zahl auf rund 8,5 Millionen angestiegen. Sie zu versorgen kostet nach indischen Angaben bis Ende März 1972 mindestens 800 Millionen Dollar; die bis jetzt bereitgestellten 114 Millionen waren Anfang der Woche bis auf drei Millionen ausgegeben.

Westpakistan reagiert nervös auf die wachsende und offenbar erfolgreiche Guerilla-Tätigkeit in Ostbengalen und beschuldigt Indien, die Untergrundkämpfer immer noch militärisch zu unterstützen. Die Nachwahlen in Ostpakistan wurden um 21 Tage auf Mitte Dezember verschoben.

  • Nordirland