Staatssekretär Karl Herold (SPD) lehnte eine Stellungnahme zu entsprechenden Anfragen im Bundestag ab und teilte lediglich mit: "Diese Förderungsmaßnahmen werden nach einer Vereinbarung der Fraktionen des Bundestags ausschließlich in einem Sonderausschuß beraten, geprüft und entschieden. Dem Sonderausschuß gehörte auch der Bundestagsabgeordnete Jürgen Wohlrabe an, in der Berliner CDU tonangebend ist. Zur UBG gehören weiter die "Kommunalpolitischen Blätter" sowie "Union in Deutschland". Diese beiden publizistischen Objekte unterhalten CDU und CSU gemeinsam. Kommerziell ist auch der UBG-Reisedienst. Er war zunächst als Service-Betrieb für die Mitglieder in Bund und Ländern gedacht, ist inzwischen aber auch Makler für Touristikflüge, sei es nach Amerika oder Mallorca. UBG-Geschäftsführer Peter Müllenbach: "Wir vermitteln alles." Dies bedeutet, daß Vermittlungsgeschäfte aller Art auch "ohne politische Ambitionen von der UBG angestrebt werden". Daß Auftraggeber die Union gelegentlich auch indirekt finanzieren, indem sie der UBG Phantasiepreise zahlen, gilt als gesichert.

Umsatz geheim

Nicht als Geschäft betrieben, dennoch aber eng mit der UBG liiert, sind die "Konrad-Adenauer-Stiftung", bei der die "Politische Meinung" (Auflage: 8000) erscheint, die "Politische Akademie Eicholz" und deren Ableger, und das "Sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut" der Konrad-Adenauer-Stiftung. Diese Institutionen sind im politischen Vorfeld aktiv. Ähnlich wie die Stiftungen der anderen Parteien betätigen sie sich auch auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe und betreiben theoretische und praktische Gesellschaftspolitik im Geist der jeweiligen Parteirichtung.

Der parteipolitische Zweck der UB-Gesellschaft, die keine Gewinne ausschüttet, ist die Entlastung der Parteikasse von Kosten für die publizistische Parteiarbeit. Angesichts der Tatsache, daß finanzschwache Objekte von den finanzstarken mit durchgeschleppt werden müssen, ist vorerst kaum an Gewinne zu denken. Müllenbach: "Wir sind noch sehr entwicklungsbedürftig."

Über den Umsatz des Unternehmens schweigt sich Geschäftsführer Peter Müllenbach aus. Eine ungefähre Größenordnung deutet er bei einem Vergleich mit der "Konzentrations GmbH" der Sozialdemokraten an: "Im Vergleich zu den SPD-Unternehmen hatten wir 1967 vielleicht ein Prozent von deren Umsatz, der bei etwa 370 Millionen Mark lag."

Wenn die Geschäfte der UBG in der Parteibilanz erscheinen würden, möchte Parteigeschäftsführer Rüdiger Göb den Wert der UBG nicht sehr hoch veranschlagen: "Die UBG – das macht für die Partei nicht mal eine Million aus, eher noch darunter."

Vorerst jedenfalls muß die Union noch warten, ehe sie in finanziellen Notzeiten auf lukrative Eigenunternehmen und deren Finanzen zurückgreifen kann. Rüdiger Göb sucht daher nach anderen Möglichkeiten, die Parteifinanzen zu konsolidieren. Um aus den aktuellen Sorgen herauszugelangen, schuldete Göb die finanziellen Verpflichtungen aus der Zeit des Wahlkampfes um, und die Landesverbände wurden mit einem Sonderbeitrag von einmalig zehn Mark pro Mitglied (Gesamtmitglieder 346 541) zur Kasse gebeten.