Moers

Für ein parteiliches Nachspiel der Affäre um den Homberger Baumillionär Kun (ZEIT Nr. 39) sorgte in der vergangenen Woche die CDU-Opposition im Düsseldorfer Landtag. Sie beantragte einen Untersuchungsausschuß, der sich mit der Frage beschäftigen soll, ob sich im Zusammenhang mit der Firmengruppe des SPD-Millionärs einzelne oder ganze Unternehmen durch Ausnutzung von "Beziehungen oder Verbindungen zu Mandatsträgern oder öffentlichen Bediensteten" ungerechtfertigt bereichert haben. Weiter soll untersucht werden, ob es unter Parlamentariern und Beamten Mittelsmänner oder Agenten des "Baulöwen" gibt. In einer kurzen Debatte verwahrte sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und SPD-Landesvorsitzende Kühn gegen den "globalen Vorwurf" seines CDU-Antipoden Köppler, auf den Sozialdemokraten laste der "Smog des Korruptionsverdachtes".

Die Vorwürfe gegen den Moerser Stadtdirektor wurden inzwischen entkräftet. Die Neue Ruhr-Zeitung mußte ihren Vorwurf, der Moerser Stadtdirektor habe Kun Grundstücke zugespielt, berichtigen. Aus den Unterlagen der Stadt Moers ergibt sich, daß Kun rein landwirtschaftliche Flächen erworben hat, bei denen es sich nicht um Bau- oder Bauerwartungsland handelt.

Der Hauptausschuß der Stadt Moers hat inzwischen bestätigt, daß Stadtdirektor Jansen und die Verwaltung korrekt gehandelt haben.

Thomas Kröter