Es sei sicher nicht der glücklichste Tag seines politischen Lebens gewesen, meinte Ralf Dahrendorf, Mitglied der EWG-Kommission, nach der jüngsten Debatte des Europäischen Parlaments in Luxemburg. Dahrendorf hatte zugegeben, Verfasser der beiden unter dem Pseudonym "Wieland Europa" erschienenen ZEIT-Artikel zu sein, in denen er für ein "zweites Europa" in mehr internationalen als supranationalen Formen plädiert und die Arbeit der Kommission kritisiert hatte. Seine Ausführungen wurden von den Parlamentariern in der vorigen Woche fast einhellig verurteilt.

Die Differenzen Dahrendorfs mit der Kommission sind aber beigelegt. In einem Schreiben unterstrich der EWG-Kommissar, daß er mit seinen Artikeln nicht die Absicht verfolgt habe, die Grundlagen (EWG, Euratom und Montanunion) und das Erreichte in Frage zu stellen, sondern "zur Diskussion über die Stärkung und Fortentwicklung der politischen Einigung Europas beizutragen".