"Den nächsten Boom bestreiten wir mit Maschinen, nicht mehr mit Menschen", sagen die Metallbauer, die trotz des Aufschwungs bis Ende dieses Jahres die Entlassung von weiteren 85 000 Beschäftigten allein in ihrem Sektor prophezeien. Für diese hierzulande neue "Brutalität" sucht die Sunday Times eine Erklärung: "Die modernen Manager haben die Zwischenkriegskrise nicht miterlebt; sie haben keine Schuldgefühle, wenn sie jemanden auf die Straße setzen, und sie empfinden die Beschäftigung von Leuten auch nicht mehr als ihre Pflicht." Maschinen ersetzen den Menschen.

Doch dem Arbeitslosen ist damit nicht geholfen. Seine Gewerkschaft hat ihn vergessen – er bezahlt ja keinen Beitrag mehr. Der "Job in Germany", wie er nun in allen Arbeitsämtern angepriesen wird, winkt nur wenigen: den Fachkräften.

Auf den Boom zu warten, hat keinen Sinn. Die bereits vorhandenen Kapazitäten sind heute ohnehin nur zu 60 Prozent ausgelastet. Alle Prognosen sind pessimistisch. Ökonomen im Schatzamt bestätigen, daß die Insel-Wirtschaft um jährlich über drei Prozent wachsen müsse, um nur den Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu bremsen. Und das halbamtliche National Institute of Economic and Social Research prophezeit diesen heilsamen Boom für frühestens 1973 – nach Londons Beitritt zur EWG.

Bis dann aber haben die über 40jährigen mindestens 400 000 der 929 000 heute arbeitslosen Briten, den Anschluß endgültig verpaßt. "Bald sind sie nicht mehr nur arbeitslos", warnt die Sunday Times "sondern für immer arbeitsunfähig." Franz C. Widmer