Aus dem Kommuniqué nach dem Besuch der indischen Ministerpräsidentin Indira Gandhi in Moskau:

"Beide Seiten äußerten sich besorgt über die ernste Situation, die auf dem indischen Subkontinent infolge der jüngsten Ereignisse in Ostbengalen entstanden ist, und äußerten ihre Entschlossenheit, die Anstrengungen in Richtung auf eine Einhaltung des Friedens in diesem Gebiet fortzusetzen. Die indische Ministerpräsidentin unterrichtete die sowjetische Seite, daß die Anwesenheit von über neun Millionen Flüchtlingen aus Ostbengalen in Indien ernste soziale und politische Spannungen sowie eine starke wirtschaftliche Belastung ausgelöst und einen ernsten Rückschlag für die sozioökonomischen Programme bewirkt haben. Die sowjetische Seite würdigte das menschliche Herangehen Indiens an das durch den Zustrom dieser Flüchtlinge aus Ostbengalen verursachte Problem und zeigte Verständnis für die Schwierigkeiten, denen sich das befreundete Indien wegen des Massenzustroms der Flüchtlinge gegenübersieht.

Die sowjetische Seite nahm die Erklärung der Ministerpräsidentin zur Kenntnis, daß die indische Regierung entschlossen sei, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Flüchtlingszustrom zu unterbinden und die unverzügliche Rückführung der in Indien weilenden Flüchtlinge sicherzustellen. Die sowjetische Seite bekräftigte ihre Einstellung zum Flüchtlingsproblem und anderen Fragen, die durch die Ereignisse in Ostbengalen entstanden sind. Diese Einstellung wurde in dem Appell des Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR, N. W. Podgorny, an den pakistanischen Präsidenten Yahya Khan vom 2. April 1971 erläutert.

Im Hinblick auf die Entwicklungen in Ostbengalen seit März 1971 vertraten beide Seiten die Auffassung, daß die Interessen der Erhaltung des Friedens es erforderlich machten, dringende Maßnahmen zu ergreifen, um eine politische Lösung der dort entstandenen Probleme zu erreichen, die die Wünsche, die unveräußerlichen Rechte und die legitimen Interessen des Volkes von Ostbengalen berücksichtigen und zu einer schnellstmöglichen und sicheren Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat führen, und zwar unter Bedingungen, die deren Ehre und Würde wahren. Angesichts des Ernstes der auf dem indischen Subkontinent entstandenen Situation vereinbarten beide Seiten, weiterhin miteinander in Verbindung zu bleiben und den Gedankenaustausch über diesbezügliche Fragen fortzusetzen ...

Die indische Ministerpräsidentin bekräftigte die indische Auffassung, daß das Gebiet des Indischen Ozeans zu einer Zone des Friedens werden sollte. Die sowjetische Seite erklärte sich bereit, diese Frage zu prüfen und sie zusammen mit anderen Mächten auf der Basis der Gleichheit zu lösen..."