Conrad Ahlers hat sich wieder einmal den Mund verbrannt. Der Regierungssprecher sagt gern mehr, als er soll. Diesmal gab er auf eine hypothetische Frage im Zusammenhang mit der Ratifizierung der Ostverträge die hypothetische Antwort, eher als eine neue Große Koalition sei die Vertrauensfrage des Bundeskanzlers zu erwarten. Die Opposition meinte daraufhin, in der Regierung wisse die rechte Hand nicht, was die linke tue. Der Kanzler selbst bestätigte diesen Eindruck, als er seinen Sprecher prompt korrigierte: "Ich gehe davon aus, daß die Ratifizierung der Verträge gesichert ist"; an vorzeitige Neuwahlen denke er nicht.

Das Bemühen des Regierungschefs, die Wellen zu glätten, mag sich daraus erklären, daß auch er wegen seines unglückseligen Wortes von den "Schreibtischtätern" unter Beschuß steht. Sich nun auch noch mit dem Koalitionspartner FDP anzulegen, der in der Anspielung auf Neuwahlen leicht seine Existenz bedroht sehen könnte, müßte den Kanzler in Bredouille bringen. Seine ohnehin dünne Haut könnte leicht überreizt werden. D. B.