Neunzig bis fünfundneunzig Prozent derjenigen, die sich Lungenkrebs zugezogen haben, sterben daran innerhalb von fünf Jahren. Da bislang weder Heilung noch Vorbeugung möglich sind, gibt es vorläufig nur zwei Möglichkeiten, diese Statistik zu verbessern: Man sollte so vielen Rauchern wie möglich das Rauchen ausreden, und es müßte eine praktische Methode zur rechtzeitigen und lokal exakten Krebsfeststellung in der Lunge geben. Ein Forschungsteam der John-Hopkins-Universität in Baltimore unter der Leitung des Pathologen John K. Frost hat jetzt eine solche gezielte Methode entwickelt und ist gerade dabei, sie so zu verbilligen und zu vereinfachen, daß sie in fünf bis zehn Jahren ebenso schnell und simpel anzuwenden ist, wie der Pap-Test zur Feststellung von Gebärmutterkrebs.

Diese neue Prüfung basiert auf der Analyse des tiefausgehusteten Sputums. Das Sputum wird sorgfältig in sieben Extraproben geteilt und eingehend über sechs bis acht Wochen beobachtet. In einer Probe wird oft nicht mehr als eine maligne Zelle gefunden. Enthält das Sputum eine solche bösartige Zelle, muß sich der Patient weiteren Tests unterziehen. Mit Hilfe von neuartigen Geräten wird dann der gesamte Lungenbereich abgesucht, um den vom Krebs befallenen Teil genau zu lokalisieren. Ist so der exakte Ort des Karzinoms gefunden – es ist meistens viel zu klein, um auf dem Röntgenschirm zu erscheinen (bis zur Größe eines Stecknadelkopfes) –, kann sofort operiert werden.

Das John-Hopkins-Team hat 536 über 45 Jahre alte Raucher getestet (die gefährdetste Gruppe). Dr. Frost hofft, daß eine Verbreitung seiner Detektivmethode das Leben von mindestens 50 Prozent derjenigen, bei denen Lungenkrebs früh festgestellt wird, retten könnte.

Der hauptsächlich vom Zigarettenrauchen verursachte Lungenkrebs fordert immer mehr Opfer. In den USA sterben zur Zeit jährlich 64 000 Menschen an der gräßlichen Krankheit – in der Bundesrepublik 20 000 pro Jahr. C. B.