Es scheint so, als ob ein altgedienter Funktionär sich mit Gewalt einen aufsehenerregenden Abgang verschaffen will. Fritz Berg, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), lieferte jedenfalls einen ausgefallenen Beitrag zum Thema Währungspolitik: Schillers Wirtschaftspolitik, so der 70jährige, stelle den schlimmsten Fehler seit 70 Jahren in Deutschland dar. Das Floating stelle sogar Hitlers Politik in den Schatten.

Daß Berg als Plattform für diesen geschmacklosen Kommentar die Weltwährungskonferenz in Washington wählte, beweist seinen Sinn fürs Spektakuläre. Es zeigt aber auch die Gedankenlosigkeit eines Mannes, der seit langen Jahren die Interessen der gesamten deutschen Industrie vertritt. Ist es erstaunlich, wenn kritische Beobachter mit Argwohn registrieren, daß solches Gerede nicht einmal mehr die Gemüter erregt? Es ist zumindest nicht bekanntgeworden, daß der BDI sich von derartigen Berg-Worten distanziert hätte.

Der makabre Vergleich, den Fritz Berg zum besten gab, kann nicht mit dem Hinweis auf einen "kauzigen alten Herrn" entschuldigt werden. Er disqualifiziert seinen Urheber und blamiert die Leute, die er vertritt. Es ist beruhigend, daß Berg sein Amt in wenigen Monaten endlich in andere Hände gibt. smi