Harter Kampf um günstige Verhandlungspositionen

Von Klaus-Peter Schmid

Am Ende zeigten nur die Deutschen Optimismus: Karl Schiller, Präsident der Welt-Währungskonferenz in Washington, entließ die Delegierten aus 118 Ländern mit der Versicherung, daß gute Arbeit geleistet worden sei. "Wir haben nunmehr begonnen", so der deutsche Superminister, "ein Stück des Weges zur weltweiten Währungsneuordnung zu gehen."

Doch von den Problemen, die in Washington zur Diskussion standen, konnte keines auch nur im Ansatz gelöst werden.

  • Die generelle Neufestsetzung der internationalen Wechselkurse ist weiter völlig unklar. Einigkeit herrscht weder über den Kreis der betroffenen Währungen noch über Auf- und Abwertungssätze.
  • Die künftige Rolle des Goldes im internationalen Währungssystem ist weiter unbestimmt. Das gleiche gilt für die Frage, wie die künftige Reservewährung aussehen soll.
  • Ein Ende der amerikanischen Importbesteuerung ist nicht abzusehen. Die USA haben die Bedingungen für eine Aufhebung eher verschärft. Daß dies in eine nur scheinbar konziliante Form gekleidet wurde, darf darüber nicht hinwegtäuschen.

Der internationale Währungs-Wirrwarr, den Politiker wie Wissenschaftler bisher vergeblich zu ordnen suchten, ist spätestens seit dem 8. Mai 1971 offensichtlich. Als die Bundesregierung im Alleinang den Wechselkurs der Mark freigab, kam der Dollar verstärkt in die Schußlinie der Spekulation. Die Schwäche der Leitwährung betraf aber alle Industrienationen im gleichen Maße. Und wie so oft wurde in aller Welt versucht, einem internationalen Problem mit nationalen Lösungen zu begegnen.

Wie sieht nach Washington die Ausgangslage der wichtigsten Länder im internationalen Freistilringen um die besten Ausgangspositionen aus?