Von Barbara von Jhering

Gischt spritzt ins Boot, die Fock flattert unter den Schlägen eines ständig springenden Windes: Regatta auf dem Golf von Korinth. Vier Boote liegen im Rennen. Aber ihre Besatzungen sind keine erbitterten Rivalen. Sie gehören alle zu einem Klub, in dem Sport und Spiel helfen sollen, einen optimalen Urlaub zu verbringen. Später wird dann der Sieger mit einigen Flaschen Retsina angemessenen Tribut entrichten müssen.

Ein Feriendorf also, beziehungsreich "Club Poseidon" genannt, auf der Grenze zwischen Attika und dem Peloponnes gelegen. Weiße Bungalows, den Hang hinauf gestaffelt; ein etwa dreihundert Meter langer Kieselstrand; Wasser von einem fast unglaublichen Blau, glasklar und stark salzig.

Klubleben – das heißt: Sich morgens nach dem Frühstück auf offener Terrasse am Strand ein Plätzchen suchen, einem heißen Tag entgegenblinzelnd. Später wird man sich in den Schatten einer Kiefer begeben müssen und Abkühlung beim Schwimmen, Tauchen oder einer stiebenden Wasserskifahrt über den Golf suchen. Oder man könnte einen Ausflug ins Hinterland machen – auf Oleander-gesäumten Straßen bis zu der Lagune fahren, unter einer gewaltigen Pinie sitzen und Bouzouki-Musik hören.

Club Poseidon – das bedeutet aber auch: 750 sonnen- und zerstreuungshungrige Urlauber auf einem zwei Hektar großen Terrain konzentriert, ein mensaähnliches Großrestaurant und Schlangestehen beim mittäglichen Hors-d’ceuvre-Buffet.

Das Etikett "Klub" ist knapp und eingängig, mehr noch, es ist "in". Die Zahl der Jungurlauber, die sich von diesem Slogan faszinieren lassen, wächst ständig; so jedenfalls wissen die Veranstalter zu berichten. Das Vorbild: heißt "Club Méditerranée". Er kann in der Tat in allen seinen47 Feriendörfern mit einem eigenen Klubterrain aufwarten, mit vorzüglichen Sporteinrichtungen und einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm.

Die zweitgrößte Organisation dieser Art ist die belgische "Airtour Beige Couchtour". Sie besitzt neben "Poseidon" noch sechs weitere Klubs, drei davon auf Mallorca (Romantica, Tropicana, Eldorado), einen auf dem spanischen Festland (Playa del Sol) und den "Club M’Diq" in Marokko. In Deutschland werden drei dieser Klubs durch die Deutschen Jugend- und Studenten-Reisen und durch Touropa vertreten. In den Prospekten widmet man ihnen Extraseiten und preist sie mit großen Versprechungen an: "Vergnügen, Freiheit, Schlemmen, Sport, Erleben, totaler Urlaub." Ein "Nonstop-Aktions-Programm" wird verheißen, ein "Vergnügungskarussell", das sich "Tag und Nacht" dreht.