Die Bonner Regierung hat die Alarmzeichen nicht übersehen. Mit einem Paket von Maßnahmen will sie verhindern, daß die Bundesbürger im Dreck ersticken. Das Umweltprogramm, das Innenminister Genscher in der letzten Woche vorlegte, spricht eine deutliche Sprache. Es besagt: Wer die Umwelt schädigt, handelt kriminell.

Genschers Programmpunkte sind einleuchtend und haben den Vorteil, daß sie keine politischen Utopien, sondern realisierbare Vorstellungen sind. Der Minister schlägt unter anderem ein Bundesamt für Umweltschutz vor, das alle ökologischen Daten und Fakten sammeln soll; er plädiert für einen Sachverständigenrat, der die Regierung in Umweltfragen beraten soll; und er postuliert das Prinzip, daß grundsätzlich derjenige für Umweltbelastungen zu haften habe, der sie verursacht hat.

Der Rahmen einer Gesetzgebung, die uns vor Dreck, Lärm und Gift schützen soll, ist nun endlich geschaffen. Es kann nicht schwerfallen, ihn auszufüllen. An Unterstützung wird es nicht fehlen, denn die Bundesbürger sind inzwischen umweltbewußter geworden. Sie haben erkannt, daß der Rhein sich nicht von selbst regeneriert und die Müllhalden vor unseren Städten sich nicht von allein auflösen. Und sie wissen auch: Wir alle werden unseren Notgroßen für die Umwelt entrichten müssen. H. v. K.