Der nordrhein-westfälische DGB-Vorsitzende Peter Michels hat sich für die Dauerkrise bei der Ruhrkohle eine Patentlösung ausgedacht. Er will die 1,8 Milliarden Mark Einbringungsforderungen der Aktionäre in dividendenberechtigtes Kapital, umwandeln. Doch die Lösung ist nur auf den ersten Blick bestechend.

Die Aufstockung des Kapitals würde zwar den drohenden Gang zum Amtsgericht abwenden, der fällig wird, wenn das halbe Aktienkapital verloren ist, doch das wäre nur eine Scheinlösung. Jetzt müssen die Ruhrkohle AG und alle Beteiligten nämlich alles tun, um die drohende Verlustanzeige bei dem geringen Kapital von nur 534 Millionen Mark zu vermeiden. Bund und Land haben finanzielle Hilfe zugesagt, die IG Bergbau ist mit Zechenstillegungen einverstanden, die Aktionäre verzichten auf 629 Millionen Mark Einbringungsforderungen.

Eine Realisierung des Michels-Planes würde deshalb die harte Notwendigkeit zum Handeln aufheben. Die Sanierung des angeschlagenen Ruhrbergbaus würde dann vielleicht wieder so lange aufgeschoben, bis wieder die Hälfte des (dann verdreifachten) Kapitals verwirtschaftet wäre. Das Ergebnis: Die Ruhrkohle würde einige Jahre länger als notwendig das Sorgenkind nicht nur Nordrhein-Westfalens bleiben. mh