Der jugoslawische Staatschef Tito erklärte zu den Herbstmanövern "Freiheit 71":

"Ich glaube, daß diese Manöver eine enorme Bedeutung haben werden, und zwar nicht nur für die Feststellung, wie gut die Armee im Falle eines Angriffs auf unser Land sein wird, wie wirkungsvoll die kombinierten Operationen der Armee und der Territorialeinheiten sind, sondern all dies wird auch von großer politischer Wichtigkeit sein. Wir sehen jetzt, was unser Volk wünscht. Es wünscht ein Leben in unserer Gemeinschaft, ungeachtet der Tatsache, daß es sechs Republiken gibt, ungeachtet der Tatsache, daß diese Republiken jetzt mehr Kompetenzen als früher haben.

Es hat sich gezeigt, daß es in einer multinationalen und sozialistischen Gesellschaft wie der unsrigen eine heikle Sache ist, die inneren Beziehungen zu regeln. Eine solche Gesellschaft kann nicht durch einen zentralistischen Kurs zusammengehalten werden; auf diese Weise kann man kein Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen. Daher gehen wir von verschiedenen Positionen an dieses Problem heran, d. h. jedermann soll sich gleichberechtigt fühlen, niemand soll den Druck eines Größeren und Stärkeren fühlen, sondern vielmehr soll jedermann sein eigener Herr sein. Genauso wie ganz Jugoslawien souverän und unabhängig ist, so sind auch die Menschen in allen Republiken Herren auf ihrem eigenen Grund und Boden.

Gleichzeitig wird eine Art von Einheit geschaffen, eine Art, deren sich unsere Völker in immer stärkerem Maße bewußt sind. Und genauso wissen sie, daß nur ein aus einer Gemeinschaft von uns allen bestehendes Jugoslawien existieren kann ...

Ich behaupte von mir: Ich bin ein Jugoslawe, und ich kann sonst nichts sein. Ich bin ein Jugoslawe durch meine Verpflichtungen, durch meine Stellung und durch meine Einstellung. Aber ich habe nie geleugnet, daß ich in Kroatien geboren bin. Warum aber sollte ich jetzt betonen, daß ich Kroate bin? Ich bin in Jugoslawien in der Arbeiterklasse groß geworden, und so gibt es Hunderttausende von Menschen, die das sagen können. Deshalb dürfen wir, nachdem wir so viele Jahre harter Prüfungen und Situationen durchgemacht haben, nicht dulden, daß einzelne Leute, die von außerhalb angespornt werden, jetzt auf alles spucken, was wir geschaffen haben ..."