Von Rudolf Walter Leonhardt

Neunzig Prozent der Religion besteht für neunzig Prozent der Weltbevölkerung aus Ideologie, schreibt der große englische Geschichtsphilosoph Arnold Toynbee (in "Change and Habit", London 1966).

Die offiziellen Zahlen sehen anders aus. Von den knapp dreieinhalb Milliarden Menschen dieser Erde bekennen sich reichlich zweieinhalb Milliarden zu einer Religion: die meisten zum Christentum (924 Millionen); es folgen: Islam (493 Millionen) und Hinduismus (437 Millionen). Danach wird unklar, was eigentlich zu den Weltreligionen zu zählen ist.

Eigenwillig werden sechs "große Bekenntnisgemeinschaften" unterschieden in dem Buch –

"Die Antwort der Religionen", eine Umfrage mit 31 Fragen von Gerhard Szczesny; rororo 6700, Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek; 246 S., 4,80 DM.

In Leinen gebunden ist das Ganze vor ein paar Jahren schon einmal erschienen, als der Herausgeber noch einen eigenen Verlag führte; es erreichte damals weniger Leser, als es verdient hätte. Und was sollte Ewigkeitswert, zumindest für ein paar Jahre, haben, wenn nicht die Antwort der Religionen?

Toynbee zählt zu den Weltreligionen Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrismus und Judentum.