• Vietnam

Überraschend haben die USA und Südvietnam einen nordvietnamesischen Leutnant aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Sie reagierten damit auf die Freilassung eines amerikanischen Sergeanten aus Nordvietnam. Die in Saigon verkündete Begründung für diesen Schritt läßt vermuten, daß beide Seiten in größerem Umfange und detaillierter als bisher vermutet über einen Austausch der Kriegsgefangenen verhandelt haben. Die Pariser Unterhändler waren dabei nicht eingeschaltet.

Zu gleicher Zeit schrieb der sowjetische Journalist Victor Louis, Moskauer Korrespondent der englischen Zeitung Evening News, ein Ende des Vietnamkrieges auf dem Verhandlungswege sei in Sicht. Diese Meldung kam nur drei Tage nach dem Besuch von Staatspräsident Podgorny in Nordvietnam, der Hanoi vertraglich weitere Wirtschafts- und Finanzhilfe zugesichert hatte.

  • Nahost

Die israelisch-amerikanischen Beziehungen haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die Regierung in Jerusalem wirft besonders Außenminister Rogers vor, seine Kompromißbereitschaft in der Frage eines Kanal-Zwischenabkommens stärke nur die ägyptische Unnachgiebigkeit. Israel widersetze sich sowohl einer befristeten Waffenruhe am Suez wie einem Übersetzen ägyptischer Soldaten.

Ägyptens Präsident Sadat, der am Montag in Moskau eintraf, sucht im Kreml Unterstützung für seine Politik. Die Sowjetunion will aber, wie die Reden von Ministerpräsident Kossygin in Algerien und Marokko zeigten, eine politische Lösung des Konflikts erreichen und auf keinen Fall einen neuen Krieg billigen. Kairos Vertreter lassen aus Furcht, auch Teillösungen könnten jetzt den Status quo zementieren, immer häufiger kriegerische Töne anklingen. Nach Berichten aus Moskau sind aber neue Waffenlieferungen nicht ausgeschlossen, zumal bekannt wurde, daß Israel auch moderne Waffensysteme in eigener Regie anfertigen kann.

  • Nordirland