Über die Probleme der lang- und kurzfristigen Unternehmensplanung wurden schon ganze Bibliotheken zusammengeschrieben. In aller Welt werden Schulen errichtet, in denen Manager in der Kunst der Entscheidung gedrillt werden. Allen größeren und kleineren Betrieben werden von den Herstellerfirmen Computer als Informationssystem und Planungshilfe empfohlen. Aber manchmal hilft das alles nichts.

Ausgerechnet der größte Hersteller von elektronischen Rechengeräten in der Welt, der amerikanische Computer-Gigant IBM, hat sich gewaltig verkalkuliert. Dieser Rechenfehler kostet das Unternehmen mehr als zwanzig Millionen Mark und einiges von seinem guten Ruf. Die deutsche IBM-Tochter will nämlich der Stadt Hannover das Gelände "Auf der Bult" zurückgeben und auf den Kaufpreis von 20,2 Millionen Mark verzichten. Das soll die Entschädigung dafür sein, daß IBM den Vertrag vom Februar 1970 nicht erfüllt und auf dem Boden der ehemaligen Rennbahn kein Zweigwerk errichtet.

Krasse unternehmerische Fehlentscheidungen kann also auch der größte Computer nicht verhindern. Oder sollte man sich in Sindelfingen zu sehr auf die elektronischen Gehirne verlassen und dafür ein paar persönliche und politische Faktoren übersehen haben? So ärgerlich der Fall Hannover ist, so beruhigend ist auf der anderen Seite, daß selbst bei IBM irren menschlich bleibt. ju