Nachtruhe ist wichtiger als Profit. Das bekräftigte eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Es wies die Klage einer Fischgroßhandlung ab, der das Gewerbeaufsichtsamt Auflagen gemacht hatte. Zwischen 22 und 7 Uhr mußte sie den Betrieb soweit einschränken, daß die Anwohner nicht von den nächtlichen Verladearbeiten gestört wurden. Der Firmeninhaber beteuerte, wenn er diese Auflagen einhalten müsse, könne er seinen Betrieb gleich zumachen. Die Maßnahme des Gewerbeamtes käme damit, einer Enteignung gleich.

Die Bundesverwaltungsrichter konterten ungerührt, niemand könne sich auf den Grundsatz der Gewerbefreiheit berufen, wenn er mit seinem Betrieb Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung verursache. Wenn der Großhändler die Nachtruhe seiner Mitmenschen störe, übe er sein Gewerbe ordnungswidrig aus.

Die Auflagen des Gewerbeamtes seien damit zulässig, selbst wenn der Unternehmer seinen Betrieb aufgeben oder verlegen müsse. Dies habe mit Enteignung nichts zu tun, wohl aber mit sozialer Nutzung des Eigentums. (Az.: IC 39/67)