CSU vor vollen Kassen – FDP vor dem finanziellen Ruin

Von Wolfgang Hoffmann

Die Verquickung von Geschäft und Politik ist schlecht, findet Hans Wolfgang Rubin, Reformer und Schatzmeister der Freien Demokraten. Rubin, Vorstandsmitglied bei der Gelsenkirchener Eisen und Metall AG hat indes gut reden. Denn anders als Christ- und Sozialdemokraten brauchen sich die Freidemokraten um die Bilanzen parteieigener Firmen keine Sorgen zu machen. Sie haben nämlich so gut wie keinen wirtschaftlichen Besitz.

Das Vermögen der Partei ist gleichfalls gering, mit jährlichen Einnahmen von knapp 200 000 Mark zählt es kaum. Die Liberalen mußten ähnlich wie die Christdemokraten nach dem Zweiten Weltkrieg bei Null anfangen. Ihnen wäre nur willkommen gewesen, wenn sich eine Anregung des ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Hugo Scharrnberg hätte verwirklichen lassen. Der Bankier hatte vorgeschlagen, das Restvermögen der im Dritten Reich zerschlagenen Parteien zu sammeln und es gleichmäßig als Startkapital auf die einzelnen Parteien zu verteilen. An einer solchen "Vermögensumverteilung" waren die Sozialdemokraten mit ihrem bedeutenden Betriebsvermögen verständlicherweise nicht interessiert.

Die Zukunft sieht trübe aus

Ein Verlagsobjekt der FDP, das zählt, ist lediglich der "Liberal Verlag". Dort erscheint die Zeitschrift "Liberal" (Auflage 8500), seit Jahren Forum liberaler Reformkräfte. Abgesehen von gelegentlichen Buchveröffentlichungen gibt der Liberal-Verlag auch die parteioffiziellen Broschüren heraus. Früher erschien in dem Verlag auch die Zeitung "Das freie Wort", das 1964 bei einer Auflage von 40 000 Exemplaren aus finanziellen Gründen das Erscheinen einstellen mußte. Gelegentlich verfolgte die Partei Wiederbelebungsversuche, sie wurden aber immer wieder aufgegeben, weil die FDP für solche publizistischen Experimente kein Geld hat.

Die Zeitschrift "Liberal" ist "kein Geschäft und trägt sich nicht einmal" (so Rubin). Bei der Partei erscheinen überdies noch die "Freie Demokratische Korrespondent (Auflage 2000) und die FDP-Schnellberichte für Mitglieder (Auflage 4000). Alle diese Dienste oder Mitteilungen müssen aus der Parteikasse subventioniert werden.