Mosch mit neuem Fonds

Nachdem der erste geschlossene Immobilien? fonds auf KG-Basis von der Unternehmensgruppe Mosch, der "Hausbesitzanteil München-72-Fonds 1", vom April d. J. stark überzeichnet war, folgt ab 11. Oktober der Fonds Nummer 2. Mit 20 Million nen Mark Eigenkapital und 16 Millionen Mark Fremdmitteln will Mosch im Stadtkern von München ein neungeschossiges Geschäfts- und Bürohaus hochziehen. Während der Bauzeit ist eine 5,5prozentige Verzinsung vorgesehen. Mosch garantiert bis fünf Jahre nach Bezugsfertigstellung eine Ausschüttung in gleicher Höhe, die für den Kommanditisten einkommensteuerfrei sein soll. Treuhänder ist wiederum die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank.

Der Rententip

In der Zeit vom 16. bis 30. November können jeweils nominell 200 Mark Dresdner-Bank-Wandelanleihe von 1969 unter Zuzahlung von 50 Mark in eine Dresdner-Bank-Aktie (50 Mark Nennwert) umgetauscht werden. Bei einem Kurs für die Wandelanleihe von etwa 105 Mark kann man also eine Dresdner-Bank-Aktie im Umweg über die Wandelanleihe zu 260 Mark erwerben, während sie an der Börse etwa 280 Mark kostet. Überdies ist in der Aktie ein Jubiläumsgeschenk erhalten. Inwieweit die Wandelobligationäre am 100jährigen Jubiläum, der Dresdner Bank beteiligt werden, ist noch ungewiß. Wer Dresdner-Bank-Wandelanleihen besitzt, sollte sie unbedingt im November zum Umtausch anmelden. Denn nach Ablauf der Wandlungsfrist wird der Kurs der Wandelanleihe mit Sicherheit sinken, weil sich danach die Zuzahlung von 50 auf 100 Mark erhöht. Da eine Wandlung unter diesen Umständen uninteressant wird, dürfte sich der Kurs der Wandelanleihe am allgemeinen Zinsniveau für 5 1/2Aprozentige Papiere orientieren. Es liegt zur Zeit bei etwas unter 90 Prozent,

Kuhhandel mit Liac

Die Liberian International American Corp. (Liac), die mit Hilfe japanischer Stahlfirmen afrikanisches Eisenerz abbauen will, hat ihren Aktionären in der vergangenen Woche ein Angebot gemacht, das von der Fachpresse als "Zumutung und Skandal" empfunden wird. Sie mutet ihren Aktionären zu, daß sie ihre Papiere für 8 Monate zu ungünstigen Bedingungen auf Eis legen. Bis zum 15. 6. 1972 will die Liac-Verwaltung sich das Recht vorbehalten, ihre eigenen Papiere zum Stückpreis von 2,90 Dollar (9,60 Mark) von ihren Aktionären zurückzunehmen. Tatsächlich wird das Papier aber bereits mit 10 Mark gehandelt. Mit der Hinterlegung würden die Aktionäre ihre Trümpfe aus der Hand geben, denn in den kommenden Wochen werden die Japaner sich entscheiden, ob sie die Kapitalmehrheit der Liac übernehmen wollen. Falls die Entscheidung positiv ausfällt, hat das! Liac-Papier eine hervorragende Kurschance und das Unternehmen die Möglichkeit, die Japaner mit den billig eingekauften Papieren zu beliefern. Falls die Japaner sich – wider Erwarten – von LIAC zurückziehen, ist die Zukunft des Unternehmt mens gefährdet. Die Aktionäre würden im Juni 1972 ein wertloses Papier zurückbekommen. Experten empfehlen: An den Liac-Aktien festhalten!