„Das konnte ich, weil mein spezieller Auftrag ja vom Anfang an die Verantwortung für diese Sachen war "

„Und was wäre geschehen, wenn Ihr spezieller Auftrag die Vergasungen gewesen wären?" „Waren sie aber nicht", sagte Stangl trocken und fügte hinzu: „Das machten zwei Russen, Ivan und Nikolov "

Dann setzte er seinen Bericht fort: „Ich bin immer sehr früh aufgestanden. Die Mannschaft war immer wütend, weil ich meinen ersten Rundgang um fünf Uhr früh machte. Ich bin auch immer zum, Totenlager hinauf. Um "sieben Uhr ging ich frühstücken. Später bauten wir uns dann unsere eigene Bäckerei. Einer unserer Arbeitsjuden war ein fabelhafter Wiener Bäcker. Der machte herrliche Kuchen, Semmerln und sehr gutes Brot. Dann haben wir natürlich unser Armeebrot den Arbeitsjuden gegeben "

„Natürlich? Haben das alle gemacht?"

„Das weiß ich nicht. Ich habs gemacht. Warum auch nicht, die konntens gebrauchen. Ich hab auchanderes unternommen, um ihnen Extraessen zu verschaffen. Sie wissen, die Polen hatten Lebensmittelkarten, na ja, wie ja überall: ein Ei die Woche, a bisserl Fett oder a bisserl Fleisch. Da ist mir eingefallen, wenn jeder in Polen das Anrecht auf Lebensmittelkarten hatte — wenn das das Gesetz war —, na ja, unsere Arbeitsjuden waren ja auch in Polen und hatten dann auch das Recht auf Lebensmittelkarten. Ich hab den Maetzig, meinen Buchhalter, zum Ortsrat hinuntergeschickt. Ich hab ihm gesagt, die sollen uns 1000 Lebensmittelkarten für unsere tausend Arbeitsjuden geben "

„Und was ist geschehen?"

Stangl lachte: „In der ; Überraschung gaben sie ihm tausend provisorische Karten für die Woche. Aber nachher haben sich die Polen im Hauptquartier beschwert, und da haben sie mir beim Globocnik schon wieder einmal den Text gelesen. Macht nichts, es war es wert. Wenigstens hatten wir diese eine Woche tausend Eier für die Leut "