„Um auf Ihre Routinerundgänge im Lager zurückzukommen: Was haben Sie nach dem Frühstück gemacht?"

„Ungefähr um acht bin ich in mein Büro gegangen "

„Wann sind die Transporte angekommen?" „Ungefähr um die Zeit "

„Waren Sie denn da nicht dabei?"

„Nicht unbedingt. Manchmal ging ich hinüber, manchmal nicht "

„Wie viele Leute waren in einem Transport?" „Gewöhnlich ungefähr 5000, manchmal mehr " „Haben Sie je mit den Leuten, die angekommen sind, geredet?"

„Geredet? Nein . Aber ich erinner mich, einmal auf der Rampe kam ein Jude auf mich heran — anständig aussehender Kerl —, ist ge rade gestanden und hat gesagt, er wolle sich beschweren. Da hab ich gesagt: Ja natürlich, was ist es denn? Er hat gsagt, daß einer der Litauer (die Transportwachmannschaften waren ja alle Litauer) ihm Wasser versprochen hatte, wenn er ihm seine Uhr geben würde. Aber dann hatte er die Uhr genommen, ihm aber kein Wasser gegeben. Ja also, das war ja nicht richtig, nein? Auf jeden Fall, klauen hats bei mir nicht gegeben. Ich hab die Litauer sofort gefragt, wer die Uhr genommen hatte. Aber es hat sich niemand gemeldet. Franz —r- Sie wissen, Kurt Franz — flüsterte mir zu, daß es sich um einen der litauischen Offiziere handeln könnte, und ich könnte doch nicht einen Offizier öffentlich blamieren. Ich hab ihm gesagt: Es interessiert mich absolut nicht, was ein Mann für eine Uniform trägt, mich interessiert nur, was in ihm drinnen steckt. Das ist auch sofort nach Warschau weitergegangen, aber das war mir ganz wurscht. Ich hab sie alle antreten und ihre Taschen umkehren lassen "