Die Franzosen verstehen die Welt nicht mehr. Zum erstenmal seit zehn Monaten war im September ihre Handelsbilanz wieder defizitär: Sie importierten für fast eine halbe Milliarde Franc Waren mehr, als sie ins Ausland verkauften. Und das, obwohl der relativ stabile Franc noch immer für Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenzländern sorgt.

Auch Paris weiß sich auf diese Rechnung keinen Reim zu machen. Die exportfreundlichen Kalküle der Ökonomen wurden von der Entwicklung widerlegt. Enttäuscht müssen die Währungspolitiker eingestehen, daß ihre traditionellen Rezepte versagen. Und sie können nur eine Konsequenz ziehen: Wechselkursmanipulationen allein genügen nicht mehr, um den Außenhandel nach Belieben anzukurbeln oder zu bremsen.

Frankreichs Partner können sich zudem darauf gefaßt machen, daß Paris künftig seine Position noch unnachgiebiger vertreten wird. Die nächsten Währungsrunden der EWG-Länder werden noch härter sein als bisher. Und wer noch immer auf eine Franc-Aufwertung setzt, darf seine ohnehin geringen Hoffnungen ruhig begraben. Paris wird eher einer Abwertung seiner Währung das Wort reden. Zu dieser Einsicht sind auch die Spekulanten bereits gekommen: Sie ziehen ihr Geld aus Frankreich zurück. Allein im vergangenen Monat schmolzen die Devisenvorräte der Banque de France um fast zwei Milliarden Franc. smi