Politik

"Es war Dantes Inferno"

Im August des Jahres 1942 fuhr Franz Stangl nach" Treblinka.

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Wirtschaft

Paninternational: Sitzengeblieben

Als in der Kommanditisten Versammlung der Paninternational der Name der hilfswilligen US Firma Emerald Airways mit Sitz in Washington auftauchte, gab es so gut wie niemand, der dieses Unternehmen kannte.

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DIE ZEIT

Hexenjagd

Seit mehr als zwei Monaten ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft gegen ein Dutzend Journalisten wegen Geheimnisverletzung.

Mandat und Scheck

Karl Wienand, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, ist ins Zwielicht geraten. Er hat sich in jener grauen Zone bewegt, wo Geld, gute Beziehungen und politischer Einfluß sich kreuzen und wo schon mancher gute Ruf auf der Strecke geblieben ist.

Beschwörung

In einem offenen Aufruf an den Obersten Sowjet hat sich der große Physiker dafür eingesetzt, daß „eine gerechte und menschliche Lösung“ für diejenigen gefunden werden müsse, die die Absicht haben, zu emigrieren: „Viele dieser Leute sind zu langen Strafen in Lagern und Gefängnissen verurteilt oder zu den Schrecken erzwungener psychiatrischer Behandlung verdammt worden.

Weltpolitik im Fünfeck

In früheren Zeiten vollzogen sich grundlegende Veränderungen auf der weltpolitischen Bühne mit der donnernden Plötzlichkeit von Naturkatastrophen.

Freie Entscheidung

Parlamentarische Taktik und staatsmännische Weitsicht gehen selten zusammen. Aber der Beschluß der Regierung Heath, am Ende der Europa-Debatte im Londoner Unterhaus den Tory-Abgeordneten die Wahl der Entscheidung freizugeben, also keinen Fraktionszwang anzuwenden, kombiniert beides.

ZEITSPIEGEL

Thomas von der Vring, Gründungsrektor der Universität Bremen, ist kompromißbereit. Seinen Vorwurf, eine Übernahme der Regierung in Bremen durch die CDU sei für die Universität gleichbedeutend mit dem Einmarsch der Russen in der ČSSR, will er zurücknehmen.

Zwischen Linden-Forum und Tulpenfeld

Wenn Egon Bahr mit seiner Delegation vor dem Gebäude, des Ministerrats in Ostberlin vorfährt, steht Karl Seidel, Leiter der für die Bundesrepublik zuständigen Abteilung im DDR-Außenministerium, unter der Tür und macht Honneurs.

Konfrontation

„Punkt“, wiederholte Frau Stöger und wischte sich die Tränen von den Wangen. Er legte das Papier in seine Brieftasche. „Über die anderen Punkte herrscht zwischen uns wohl Einigkeit.

Politik mit Prozeduren

Auf der Tagesordnung der UN-Vollversammlung steht wieder einmal die China-Frage – vielleicht zum letztenmal. Sie hat die Mitglieder der Vereinten Nationen seit 1950 in jedem Jahr außer 1964 beschäftigt.

Kupferkrieg in Chile

Castro kommt bald, schneller, als ihr denkt", erklärte der chilenische Präsident Salvador Allende vor Studenten. Wann Fidel Castro den Anden-Staat besuchen will, verschwieg er allerdings – aus "Gründen der Sicherheit".

Castro bleibt in Acht und Bann

Wer heute irgendwo im Mittleren Westen ins Krankenhaus muß, dem kann es leicht passieren, daß er von Ärzten kubanischer Abkunft behandelt wird.

Strauß-Festival mit Barzel

Barzel, der sich auf der 25-Jahr-Feier der CSU in München als neugewählter Vorsitzender der CDU vorstellte, präsentierte sich in guter Form.

Bonner Kurier: Ahlers’ Absprung

Eher beiläufig haben die Bonner Schlachtenbummler die Neuigkeit zur Kenntnis genommen, daß Regierungssprecher Conrad Ahlers das Bundestagsmandat des als SPD-Oppositionsführer in den Mainzer Landtag übergewechselten Abgeordneten Wilhelm Droescher übernehmen will.

Versöhnung im Vatikan

Sechs Jahre nur sind vergangen, seit der deutsch-polnische Bischofs-Briefwechsel statt Versöhnung erbitterten Streit zwischen katholischer Kirche und Kommunisten stiftete.

Architekt einer Epoche

Present at the Creation – bei der Schöpfung zugegen, so lautet der Titel von Dean Achesons brillanten Erinnerungen, die vor zwei Jahren herauskamen.

Späte Rüge

Vor vier Jahren hatte der Bundesrechnungshof Franz Josef Strauß vorgehalten, er habe als Verteidigungsminister der Regierung Adenauer veranlaßt, daß in seinem Wahlkreis beim Verkauf von privatem Bauland an die Bundeswehr die amtlich festgelegten Preisgrenzen nicht beachtet wurden.

Gewehr bei Fuß

Ein neuer Krieg zwischen Indien und Pakistan, wie er von den Propagandisten beider Seiten an die Wand gemalt wird, wäre ein sinnloses Unternehmen – so sinnlos wie der letzte Krieg vor sechs Jahren.

Ein Ruck zur Mitte

Die Vierte Republik war beherrscht von der manchmal uferlosen Diskussion, die Fünfte Republik unter de Gaulle war bestimmt vom Monolog.

Nicht für Deppen

Hephata – hebräisch für „Tue dich auf!“ – nennt sich ein Heim für geistig behinderte Kinder im idyllischen Treysa, 55 Kilometer südlich von Kassel.

Wurde der SPD-Abgeordnete Kaspar zu reich?

Die lokalen Affären der „Ks“ machen der SPD in Nordrhein-Westfalen zu schaffen und lassen selbst Regierungschef Heinz Kühn nicht gleichgültig: Nachdem der ehemalige Gladbecker OB Kalinowski wegen einer Grundstücksaffäre aus der SPD ausgeschlossen wurde und damit praktisch die Mehrheit der Regierung Kühn/Weyer auf 101 Stimmen im 200köpfigen Landesparlament dezimierte, die Affäre des SPD-Millionärs Josef Kun vor einen Untersuchungsausschuß kommt, erreicht Düsseldorf die Kunde einer neuen Affäre aus dem Kreis Bergheim/Erft, vor den Toren Kölns gelegen.

Wenn Vogel pfeift...

Er kämpft mit offenem Visier. Wer es noch immer nicht wußte, dem sagte er es mikrophonverstärkt vom Rednerpult aus: Man könne ihm vorwerfen, daß er rechthaberisch sei und auch leicht in Zorn gerate, niemals aber habe er es am notwendigen Engagement für die Partei fehlen lassen.

Linke Kampfhähne

Die Ruhe war trügerisch. Als nach den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im März dieses Jahres die SPD nur noch die knappe Mehrheit erhielt, da setzte die Partei auf Konzentration der Kräfte; sie hoffte, sie dadurch zu fördern, daß sie führende Vertreter des linken Flügels, wie Harry Ristock und Ilse Reichel, in Stadtämter hob.

LOKAL ZEIT: O Tannenbaum

Wenn sie nur etwas zu streichen haben, die Berliner... Schon die Frage, ob man Kudamm sagen dürfe, trennt die Etepeteten von den Saloppen.

Persepolis: Das teuerste Fest des Jahres

Das größte Spektakel – nach Meinung vieler Kritiker der größte Spektakel – des Jahres ging nach drei Tagen mit einer glanzvollen Parade von 2000 Pferden, 800 Kamelen, mehrerer Tausend Fußsoldaten und einer nächtlichen Beschwörung des großen Kyros zu Ende.

Britische Konservative: Votum für die EWG

Das Votum der britischen Konservativen fiel eindeutig aus: Mit 2474 gegen 324 Stimmen entschied sich die Partei von Premierminister Heath auf dem Parteitag in Brighton für den EWG-Beitritt.

Krisenherde der Woche

Ulster erlebte das blutigste Wochenende seit zwei Monaten. Irische Terroristen und britisches Militär lieferten sich bürgerkriegsähnliche Kämpfe.

Vereinte Nationen: USA in Nöten

Die beiden ersten Tage der China-Debatte in den Vereinten Nationen zeigten, daß Washington – wenn überhaupt – seinen Antrag auf Zulassung Pekings und gleichzeitige Beibehaltung der Mitgliedschaft Taiwans nur mit äußerst knapper Mehrheit durchbringen wird.

Dokumente der ZEIT

Debray: „Eine linksgerichtete französische Zeitschrift berichtete kürzlich unter der Schlagzeile „Revolution ohne Waffen“ über Chile.

Panama setzt Washington unter Druck

Panamas Außenminister Juan Antonio Tack beschwor den Geist der UN-Charta: Der augenblickliche Zustand sei ein „Eingriff in die fundamentalen Rechte eines souveränen Staates“.

F 104 / Paninternational: Zwei Vorwürfe

Zwei Bonner Politiker „stolperten“ in der vorigen Woche über Flugzeuge und Fluggesellschaften: Zunächst rügte der Bundesrechnungshof den CSU-Vorsitzenden Strauß, weil er als Verteidigungsminister mit dem Starfigter F 104 G ein „nicht beschaffungsreifes Waffensystem“ bestellt habe.

CSU-Polemik gegen Brandt

Die Reden des CSU-Vorsitzenden Strauß und des neugewählten CDU-Vorsitzenden Barzel standen am Wochenende im Mittelpunkt des CSU-Parteitages in München.

D-Zug auf Schmierseife

Die Bildungspolitik ist festgefahren. Zu dieser Feststellung hätte es des Gezänks der Kultusminister nicht mehr bedurft, die am Montag den seit Juli überfälligen Zwischenbericht zum Bildungsgesamtplan verabschiedeten und sich dabei über die Frage in die Haare gerieten, ob der Bericht mehr von der CDU oder eher von der SPD beeinflußt worden sei.

Haschisch Report

Es ist eine Tatsache, daß es Gruppen gab und gibt, die an den gesellschaftlich integrierten Rauschdrogen, an Barbituraten (Schlaftabletten) und Weckaminen (Aufputschmitteln), an Alkohol und Nikotin wenig Gefallen finden.

Fünf Kilometer Bücher in Frankfurt

Wolf Donner, Heinz Josef Herbort, Hellmuth Karasek, Petra Kipphoff, Rudolf Walter Leonhardt, Hayo Matthiesen und Dieter E. Zimmer berichten von der Buchmesse

Kunstkalender

Bremen hat das Verdienst, das deutsche Publikum systematisch mit der Malerei der Nabis bekannt zu machen, dieser elitärsten Künstlergruppe im Pariser Fin de siècle, die der „Revue Blanche“ nahestand, sich für Gauguin begeisterte und ihre symbolistische Ästhetik mit priesterlicher Feierlichkeit zelebrierte.

Picasso und die Götter

Ein ikonographischer Versuch zum 90. Geburtstag am 25. Oktober / Van Gottfried Sello

Träumerei von Stockhausen

Der Orchestermusiker, sagt Karlheinz Stockhausen, sei nicht mehr auf dem laufenden, habe die Mentalität eines Fabrikarbeiters, der nur noch nach der Uhr arbeitet, sei psychisch auf seine Aufgaben nicht mehr vorbereitet und als Künstler frustriert.

ZEITMOSAIK

Am Montag wählte sich der „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“ einen neuen Vorsteher: den sechzigjährigen Ernst Klett, Inhaber des Stuttgarter Verlags, der seinen Namen trägt und heute der größte Schulbuchverlag der Bundesrepublik ist.

KRITIK IN KÜRZE

„Phallos – Symbol und Kult in Europa“, von Thorkil Vanggaard. Mit reichem historischen Material sucht der dänische Psychiater seine an die Freudsche Bisexualitätstheorie angelehnte These zu belegen, daß Homosexualität zur normalen Bandbreite männlichen Sexualverhaltens gehöre – kultiviert und gesellschaftlich sanktioniert etwa bei den alten Dorern, verdrängt durch mosaischchristliche Tradition (die sich im Kampf gegen Katharer und Hexenkulte schärfte) beim modernen Abendländer, worunter nach Vanggaard nicht nur das Verständnis für phallische Symbolik, sondern auch die Potenz litt.

Herzmanovsky und die Folgen

Als Fritz von Herzmanovsky-Orlando 1954 in Meran starb, war der Siebenundsiebzigjährige noch immer ein Geheimtip für Kenner.

Das Glücksspiel Leben

Die Thesen des französischen Nobelpreisträgers Jacques Monod: biochemisches Fachbuch und trotzdem Bestseller

Hof- und Kriegsreporter

Sein Gedenkblatt für Jacques Callot beginnt E. T. A. Hoffmann so: „Warum kann ich mich an deinen sonderbaren phantastischen Blättern nicht sattsehen, du kecker Meister!“ Er bewunderte Callots romantische Originalität, seine aus Tier und Mensch geschaffenen Grotesken, die „dem ernsten, tiefer eindringenden Beschauer alle die geheimen Andeutungen enthüllen, die unter dem Schleier der Skurrilität verborgen liegen“.

Amerika hat es besser

Noch vor zehn Jahren polemisierte Hans Magnus Enzensberger gegen die Zementierungen des Denkens, und die Hoffnung war nahe, Söhne und Enkel würden den Bürden der Älteren entgehen.

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