Die Staatssekretäre Bahr und Kohl haben am Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Woche in Ostberlin zwei Tage lang verhandelt. Bahr und seine Delegation wohnten im wiederaufgebauten früheren Kronprinzenpalais Unter den Linden. Zum erstenmal übernachtete eine Delegation der Bundesregierung in Ostberlin.

Obwohl eine Nachrichtensperre über die Gespräche verhängt wurde, rechnen politische Beobachter damit, daß die Verhandlungen über einzelne konkrete Punkte eines Abkommens über den Verkehr von und nach Berlin und über ein allgemeines Verkehrsabkommen vorankommen. Dafür spricht auch, daß die beiden Gesprächspartner sich zu einem zweitägigen Gespräch am Donnerstag und Freitag dieser Woche in Bonn verabredet haben. Regierungssprecher von Wechmar nannte in Bonn die Verhandlungen "intensiv". Bahr habe in Ostberlin schriftlich formulierte Vorstellungen der Bundesregierung vorgelegt.

Der Leiter des Büros der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS in Westberlin, Batschmatschnikow, meinte am Donnerstag, die Westberliner könnten bereits zu Weihnachten "die ersten Früchte ernten".

Daß in einzelnen Punkten noch Schwierigkeiten bestehen, wurde aus der Tatsache geschlossen, daß sich die beiden Delegationen mehrmals zu getrennten Beratungen zurückzogen. Bahr fuhr am Mittwoch für kurze Zeit zurück nach Westberlin.