• Nordirland

Ulster erlebte das blutigste Wochenende seit zwei Monaten. Irische Terroristen und britisches Militär lieferten sich bürgerkriegsähnliche Kämpfe. Bei Feuergefechten, Anschlägen aus dem Hinterhalt, Bomben- und Brandanschlägen starben ein Soldat und ein Zivilist, vermutlich ein Heckenschütze. Ein weiterer Soldat erlag später seinen schweren Schußverletzungen. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in diesem Jahr auf 94, 29 britische Soldaten eingeschlossen. London verstärkte seine Truppen um 2000 auf fast 14 000 Mann.

Am Freitag vergangener Woche kam es zu einem zweistündigen Gefecht zwischen der verbotenen Irischen Republikanischen Armee (IRA) und den britischen Truppen, nachdem britische Pioniere an der Grenze Straßen zwischen Ulster und der Irischen Republik gesprengt hatten, um den Nachschub von Waffen und in Irland ausgebildeten IRA-Kämpfern zu unterbinden.

Die holländische Polizei beschlagnahmte in Amsterdam dreieinhalb Tonnen tschechischer Waffen und Munition, die eine aus Prag kommende Maschine an Bord hatte. Die Ladung war offenbar für Nordirland bestimmt; der IRA-Führer O’Connell hielt sich zur Zeit der Landung der Maschine in Amsterdam auf, konnte aber entfliehen. Inzwischen verschärfte die englische Polizei die Kontrollen auf allen Flughäfen.

Für neuen Zündstoff sorgte die englische Zeitung Sunday Times. Sie veröffentlichte Aussagen von elf internierten Iren, wonach die englischen Bewachungsmannschaften in den Lagern folterten, mit Methoden der Gehirnwäsche arbeiteten und die Gefangenen hungern ließen. Die jüngsten Erfolge der Ulster-Polizei beruhten – so das Sonntagsblatt – auf den erzwungenen und erpreßten Aussagen. Zur Zeit sind rund 260 Verdächtige interniert.

  • Pakistan

Die Gefahr eines Krieges zwischen Indien und Pakistan hat sich in der vergangenen Woche weiter vergrößert. Beide Staaten haben starke Truppeneinheiten an den Grenzen zusammengezogen. Korrespondenten aus Indien berichten außerdem, daß die Guerillas in Ostpakistan den Kampf gegen die westpakistanischen Besatzungstruppen verschärfen wollen. Die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Rotchina haben Indien und Pakistan vor einem militärischen Konflikt gewarnt.