Der junge Mann (26) aus Ruhpolding ist in der ganzen Welt umhergereist und hat den Köchen in die Kochtöpfe geguckt, und weil er selbst offenbar ein Meisterkoch ist und vom Reisen und Aufschneiden allerlei versteht, hat er aus seiner kulinarischen Weltbummelei durch ungefähr 20 Länder ein sehr hübsches Kochbuch zum Lesen oder Lesebuch zum Kochen gemacht, voller Küchenschnurren, typischer, jedoch immer origineller Rezepte und dem albernen Titel: "Inzinger’s Anti-Dracula-Steak, Hexensalat und Frutta d’Amore" (im Carl Gerber Verlag, München).

Der reisende Meisterkoch Inzinger hat in Finnland für den deutschen Generalkonsul Fleischspieße geröstet mit Reis aus 36 Zutaten und fünf Gewürzen, dazu eine erfundene Sauce Dalamtine. Und: "Die erlesenen Gäste fraßen wie die Scheunendrescher..." Man glaubt’s ihm gern, wenn er leichthin von Bärenschinken und Elchherzen plaudert, von Champagnerkraut (Sauerkraut mit sechs Zutaten, acht Gewürzen, Wein und Sekt) und Entenragout ("Böhmische Art" mit getrockneten Pflaumen und Apfelscheiben, Zwiebeln, Beifuß, Basilikum, Kerbel und Kirschenlikör), vom Karelischen Pfeffertopf und Ukrainischem Pfefferfleisch. (Inzinger: "Die russische Küche ist wie eine spröde Geliebte.")

Kurzer Sinn: Da hat der junge Mann aus Ruhpolding einen Haupttreffer gelandet. Wen’s etwa gelüstet seine Kochkunst unmittelbar zu erproben, der findet ihn in der Küche des Restaurants "Sonnenbichl" in Ruhpolding in der Brandstätter Straße 48. Man kennt ihn unter den Köchen leicht heraus. Denn: "Ich bin der Größte. 1,85 Meter und darauf noch die Kochmütze." bo