Von Wolfgang Hoffmann

Als der ehemalige NPD-Landtagsabgeordnete Helmut Hass vor nahezu zwei Jahren der Partei Adolf von Thaddens den Rücken kehrte, kündigte er "schmutzige Wäsche" an. Hass: "Ich werde mal einiges aus dem Nähkästchen plaudern."

Wer indes von Helmut Hass Aufschluß über die mit vielfältigen Rätseln umgebenen Finanzen der NPD erwartete, wurde ebenso enttäuscht wie durch die Ankündigungen des einstigen NPD-Parteivorsitzenden Fritz Thielen. Als Thielen 1967 mit seiner Partei brach, beschuldigte er die Führung um Adolf von Thadden unlauterer Manipulationen mit Mitgliedsbeiträgen und sprach sogar von persönlicher Bereicherung.

Von Thielens Beschuldigungen blieb indes am Ende nicht viel zurück. Eine Untersuchung ergab, daß die Parteiführung Steuern und Beiträge für die Sozialversicherung nicht korrekt abgeführt hatte, daß ein Gegenbeleg einer Banküberweisung fehlte und daß weder ein Kontokorrent noch ein Rechnungseingangsbuch geführt wurde.

Der große Finanzskandal der NPD war ausgeblieben. Und heute bestätigen selbst Experten des Bundesinnenministeriums, daß sich die von Innenminister Genscher als "Papierkorbpartei" bezeichnete NPD von selbst trägt. Auch die amtlichen Recherchen des Bundesverfassungsschutzes nach angeblichen Geldgebern der Großindustrie förderten keinerlei Beweise an den Tag. Der Führer der Rechtsradikalen, Adolf von Thadden, verkündet denn auch nicht ohne Stolz: "Wir sind nicht reich, aber ohne wesentliche Schulden."

Dies hat die NPD nicht zuletzt dem Geld des Steuerzahlers zu verdanken. Denn durch das Karlsruher Verfassungsurteil über die Parteienfinanzierung war vor Jahren festgelegt worden, wer mindestens 0,5 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigt, ist bei der Erstattung der Wahlkampfkosten mit dabei.

Allein im Bundestagswahljahr 1969 erhielt die NPD rund 4,5 Millionen Mark aus Steuermitteln, um den Wahlkampf abzudecken. 1970 konnten die Rechten in Bund und Ländern 1,225 Millionen Mark kassieren. Allein auf Bundesebene hat die NPD in der laufenden Legislaturperiode Anspruch auf Staatszuschüsse in Höhe von rund 4 Millionen Mark.