Das größte Spektakel – nach Meinung vieler Kritiker der größte Spektakel – des Jahres ging nach drei Tagen mit einer glanzvollen Parade von 2000 Pferden, 800 Kamelen, mehrerer Tausend Fußsoldaten und einer nächtlichen Beschwörung des großen Kyros zu Ende. Glanz, Aufstieg, Fall und neuer Glanz des 2500jährigen Perserreiches wurden in Persepolis mit einem Pomp gefeiert, der nach vorsichtigen Schätzungen wenigstens 100 Millionen Mark gekostete hat – die "International Herald Tribune" errechnete sogar eine Milliarde. Der Schah wollte die genaueSumme nicht nennen und meinte nach den Feierlichkeiten auf die Frage nach den Kosten nur: "Wie kann ein gesunder Verstand solch eine Frage stellen?"

700 Gäste nahmen an dem Fest teil, 69 Staaten waren vertreten. Die Gästeliste verzeichnete einen Kaiser, acht Könige, drei regierende Prinzen, zwölf Präsidenten, zehn Scheichs, zwei Sultane, drei Premierminister, einen Kardinal und zwei Vizepräsidenten. 20 000 Soldaten mit Panzern schützten Gastgeber und Gäste vor Zwischenfällen und Demonstrationen, wie sie sich in Teheran ereignet hatten.

Für die Ausstattung der Zeltstadt und für das glanzvolle Diner war – bis auf persischen Kaviar – alles aus europäischen Ländern eingeflogen worden: Von den Delikatessen bis zu den Kellnern, vom Feuerwerk über die Beleuchtungsanlagen bis zur künstlichen Straße zwischen den "Zelten" (in Wirklichkeit verkleidete Beton-Fertigbungalows). Unter den 3600 aus Frankreich beschafften Bäumen patrouillierten ständig Streifen mit Funksprechgeräten. Die Sicherheitsmaßnahmen waren so streng, daß eine französische Zeitung vorschlug, Persepolis in "Persie et Police" – Persien und Polizei – umzubenennen.

Der Vertreter der Bundesrepublik, Bundestagspräsident von Hassel, wurde ein Opfer des persischen Protokolls: Einmal mußte er das für den erkrankten Bundespräsidenten reservierte "Zelt" räumen – dies Schicksal teilte er mit Kardinal von Fürstenberg, dem Vertreter des Vatikans. Ärgerlicher war, daß das sonst so penible persische Informationsamt ihn unter dem Namen S. E. Feuhausel auf die Gästeliste gesetzt hatte.